Die Huten im I.33

Unter Huten versteht man Haltungen welche im Laufe eines Gefechts eingenommen werden. Diese können zu verschiedenen Zeitpunkten, bewusst oder unbewusst eingenommen werden. So können wir dies Huten als Ausgangspunkt für den Beginn eines Angriffs einnehmen, oder aber als Endpunkt einer Aktion. In ersten Fall haben wir die Hut bewusst eingenommen, im zweiten Fall evtl. bewusst.
Unbewusst nehmen wir die Huten innerhalb einer Aktion ein. Das heißt wir nehmen innerhalb einer Aktion völlig unbewusst für den Bruchteil eines Moments die Hut ein. Durchlaufen sie ohne das es uns überhaupt bewusst wird.
Im folgenden wollen wir die Huten wiedergeben wie sie aus unserer Sicht im I33 vorkommen. Zwar wird bei den Huten im I33 eine Fußstellung gezeigt. Also welcher Fuß führt, jedoch lassen sich die meisten Huten genauso gut mit dem anderen Bein führend verwenden. Die Körperhaltung im allgemeinen ist im I33 meist so dargestellt das der Stand recht und der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt ist. Der hintere Fuß steht auf dem Ballen, damit der Körper permanent bereit ist schnell nach vorn zu setzen. Unter den einzelnen Huten eingefasst  in grauer Schrift und in eckige Klammern eingefasst will ich immer begründen wie ich dazu komme den jeweiligen Fuß führen zu lassen.

Die Erste Hut

Der linke Fuß ist vorn und der Stand etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gelehnt wird. Die Unterarme werden vor der eigenen Brust verschränkt gehalten. Und der Buckler mittig vor ihnen ausgerichtet. Das Schwert wird an der linken Seite, unterhalb der Achsel mit der Breitseite zum Körper gehalten. Wobei man es so halten kann das die kurze Schneide nach oben zeigt aber ebenso gut mit der kurzen Schneide nach oben. Das hängt davon ab wie man aus dieser Position heraus hauen möchte.

Liutger rät davon ab aus der Ersten Hut den Gegenüber zu attackieren. Da man den Kopf des gegenüber nicht erreichen kann. Ein unten angreifen aber dem eigenen Kopf verderblich wäre. Das einzige was er dem in der Ersten Hut immer wieder empfiehlt ist das Anbinden (unter Schwert und Schild fallen). Die Erste Hut wird im I33 auch als Versatz gegen sich selbst und gegen die Vierte Hut gezeigt.
[Auf einer Abbildung im I33 2r ist der Spann eines Fußes zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß. ]


Die Zweite Hut

Der rechte Fuß ist vorn und der Stand etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler wird gestreckt nach vorn gehalten und das Schwert befindet sich über der rechten Schulter.
[Auf den Abbildungen der Huten 1r im I33 ist bei einem Fuß der Spann zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß.]

A

Die Dritte Hut

Der rechte Fuß ist vorn und der Stand etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler wird gestreckt nach vorn gehalten und das Schwert befindet sich über der linken Schulter.
[Auf den Abbildungen der Huten 1r im I33 ist bei einem Fuß der Spann zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß.]

A

Die Vierte Hut

Der rechte Fuß befindet sich vorn und der Stand ist etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler wird recht Körper nah mittig gehalten und das Schwert befindet sich über dem Kopf. Bei den Darstellungen der Huten im I33 ist die Haltung desjenigen welcher diese Hut inne hat recht lang und gestreckt. Wobei der Stand sehr eng ist. So als werde gerade ein Angriff zu den Beinen überlaufen. In den Spielen des I33 dagegen 1r31v wird die Vierte Hut meist in einem ebenso tiefen Stand gezeigt wie man ihn z.B. auch in der zweiten Hut inne hat.
[Auf den Abbildungen der Huten 1r im I33 ist bei einem Fuß der Spann zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß.]

Die Fünfte Hut

Der linke Fuß ist vorn und der Stand ist etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler ist gerade nach vorn gestreckt und das Schwert wird nach hinten gehalten. Wobei die Klinge waagerecht zum Boden ausgerichtet ist.
[Der linke, als führender Fuß ergibt sich aus anatomischen Gründen.]

A

Die Sechste Hut

Der rechte Fuß ist vorn und der Stand ist etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler ist gerade nach vorn gestreckt. Der Schwertknauf befindet sich an der eigenen rechten Brust und das Schwert ist mit der Spitze zum Gegenüber ausgerichtet.
Dabei berührt die Schwertklinge den eigenen Buckler am rechten Rand und die Hand hält das Schwert so das der Handrücken in Richtung Himmel zeigt. Aus dieser Hut kann nur ein Stich ausgeführt werden.
[Auf den Abbildungen der Huten 1v im I33 ist bei einem Fuß der Spann zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß.]

Die Siebte Hut (Der Langort als Hut)

Der rechte Fuß ist vorn und der Stand ist etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Die Schwertspitze zeigt vor dem Hüter zu Boden und der Buckler deckt die Schwerthand nach oben.

Den Langort gibt es sowohl als Hut als auch als Versatz. Unterscheiden tun sie sich in der Schwerthaltung. Im Langort als Hut wird die Schwertspitze zum Boden gerichtet. Bei Langort als Versatz hingegen wird die Schwertspitze auf das gegnerische Gesicht ausgerichtet. Liutger meint das diese Hut den Kern der gesamten Fechtkunst (mit Schwert und Buckler) darstellt.
[Auf den Abbildungen der Huten 1v im I33 ist bei einem Fuß der Spann zu sehen. Dabei muss es sich aus anatomischen Gründen um den hinteren Fuß handeln. Daraus ergibt sich der führende Fuß.]

Das waren die Sieben Huten von denen Liutger im I33 erst mal bei seiner Aufzählung der sieben Huten nennt. Im laufe des I33 zeigt Liutger aber noch ein paar weitere Huten.

Der Obere Langort

Der rechte Fuß ist vorn und der Stand ist etwa schulterbreit und tief. Wobei die Füße relativ nahe beieinander stehen und der Oberkörper ein gutes Stück nach vorn gebeugt wird. Der Buckler ist gerade nach vorn gestreckt und das Schwert zeigt, oben auf dem eigenen Bucklerrand aufliegend geradewegs nach schräg oben in den Himmel.
[Ich denke das der linke Fuß vorn steht weil es mir so scheint als wenn auf 21r im I33 der Bucklerarm länger nach vorn reicht als der Schwertarm. Da sie jedoch beide relativ gerade nach vorn gestreckt sind würde sich daraus ergeben das der linke Fuß vorn ist.]

Die Hut des Priesters

Der rechte Fuß ist vorn. Der rechte Ellenbogen weist zum Gegner und das Schwert befindet sich vor dem eigenen Bauch. Wobei die kurze Schwert schneide zum Gegner und die Schwertspitze weg vom Gegner zeigt. Der Buckler befindet sich noch ein Stück hinter dem Schwert.
Die gesamte Körperhaltung macht auf mich den Eindruck als hätte ein fehl gegangener rechter Oberhieb den Inhaber der Priesterhut gewaltig nach links herum gerissen. Die Hut des Priesters oder der spezielle Langort des Priesters wird im I33 als Versatz für die Dritte Hut, die Vierte Hut und die Fünfte Hut gezeigt.
[Der rechte Fuß als führender Fuß ergibt sich aus anatomischen Gründen.]

Die Walpurgis

Der linke Fuß steht vorn wobei der Stand in etwa schulterbreit und aufrecht ist. Der Buckler wird Körper nah nach vorn zeigend gehalten. Das Schwert wird an der rechten Brust/Schulter gehalten. Wobei die Schwertspitze geradewegs nach oben zeigt. Die Walpurgis wird im I33 als Versatz gegen die Erste Hut gezeigt.
[Auf 32r im I33 ist zu sehen das die linke Schulter führt und sich dir rechte Schulter weiter hinten befindet. Woraus sich ergeben würde das der linke Fuß vorn ist.]

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