Die Vielfalt der Ringen am Dolch

Als ich damit begann mich für den Dolch zu interessieren, war meine erste Quelle Hans Talhoffer. Ich glaube das Cod. icon. 394a war das erste das ich durchgearbeitet hatte. Anschließend machte ich mich nach und nach an die anderen Werke von Hans Talhoffer. Weil ich hoffte das dort vielleicht nicht ganz so sparsam mit erklärendem Text umgegangen worden wäre, oder eine Technik vielleicht noch mal zu einem anderen Zeitpunkt der Ausführung abgebildet worden wäre, oder aber Brüche auf Techniken zu finden wären. „Die Vielfalt der Ringen am Dolch“ weiterlesen

2° Cod. Ms. Philos. 62 – online gestellt

Bei dem 2° Cod. Ms. Philos. 62 stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und liegt in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Dabei handelt es sich um eine  Kopie der Ringlehre des Fabian von Auerswald.
Das besondere an dieser Handschrift ist das sie mit umfangreichen Kommentaren versehen ist. In diesen geht der Verfasser dieser Abschrift detailliert auf 80 der 85 Auerswaldschen Stücke ein, erklärt sie ausführlich, weist auf Fehler hin, etc. Reiner Welle, ehemaliger Bundestrainer der Ringer und Verfasser von „… und wisse das alle höbischeit kompt von deme ringen“ attestiert dem Verfasser einen hohen Ringtechnischen Sachverstand.
Durch die Buchpatenschaft der Blossfechter Chemnitz, des Schwertspiel Dresden e.V. und des Twerchau e.V. wurde die Handschrift digitalisiert und im Göttinger Digitalisierungszentrum online gestellt.

Vereins internes Ringseminar mit Thore Wilkens

Um unser vor kurzem begonnenes Ringtraining auf eine vernünftige Basis zu stellen, haben wir Thore Wilkens (Trainer bei Blossfechter Chemnitz) gebeten für uns ein Vereins internes Seminar zum Thema Ringen zu veranstalten.
Zu unserer Freude hatte er zugesagt und am 25., 26. und 27.11.11 war es dann endlich soweit. Begonnen hat das Seminar am Freitag Abend mit einem Vortrag von Thore mit anschließender Diskussion. Inhaltlich setzte sich Vortrag mit dem Vorgehen beim Interpretieren der Schriften  mittelalterlicher Fechtmeister auseinander.
Dabei stellte Thore Methoden zur Erschließung des Inhaltes der Handschriften vor, gab Ratschläge wie man vorgehen kann, wenn man den Verdacht hat das sich ein Kopist vertan hat (was vorkommt), zeigte verschiedene Fallen auf in die man leicht laufen kann und vieles mehr.
Am Samstag begann dann der Bewegungsintensive Teil des Seminars. Nach einem gründlichem Aufwärmen nebst verschiedenen Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, begann das Training mit einer gründlichen Fallschule in der Thore die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigte einen Sturz abzufangen. Was wir dann auch gleich gründlich üben durften.
Anschließend kamen wir zu den Ringstücken, genauer den Twirchstücken des Codex Wallerstein. Mit den Twirchstücken beschäftigten wir uns dann auch bis zum späten Nachmittag. Thore erklärte die einzelnen Techniken dabei sehr ausführlich Stück für Stück und stellte sich dabei sehr umsichtig auf den Trainingsstand der einzelnen Seminarteilnehmer ein. So das jeder in der Lage war sich die alles andere als leichten Techniken zu erarbeiten. Auch wenn es natürlich noch einiges daran zu üben gibt. Anschließend beendeten wir den Samstag mit einem gemeinsamen essen nach dem alle nur noch ins Bett wollten.
Am Sonntag ging es nach einem Erwärmen und dem wiederholen der Fallschule weiter an die Twirchstücke. Nur das die Glieder viel schwerer waren als am Tag davor und jeder Muskel schmerzte. Am Ende des Seminars gab Thore noch mal eine Zusammenfassung des am Wochenende erlernten. Wobei er auch auf die Möglichkeiten einging im Ringen Schläge anzubringen und wie man mit diesen umgeht.

Warum der Bericht wo es sich doch um eine Vereins interne Veranstaltung handelte? Um Appetit zu machen. Da wir alle von Thores Art zu unterrichten und dem Seminar im allgemeinen ziemlich begeistert waren, wollen wir das Seminar im nächsten Jahr wiederholen, bzw. ein weiteres veranstalten. Diesmal jedoch für alle interessierten zugänglich.