Swordfish Turnier 2011

Bei dem letztjährigen Swordfishturnier in Schweden, hat sich bei den Bucklerkämpfen etwas zugetragen, das wie ich denke viele Historische Fechter sehr nachdenklich gestimmt hat.
Bei den Bucklergefechten kämpfte sich Staffan Sannelmalm bis ins Finale vor und wurde erst dort von Kristine Konsmo geschlagen. Der Umstand der dabei wirklich nachdenklich stimmt ist die Tatsache das Staffan Sannelmalm vom Bucklerfechten überhaupt keine Ahnung hat. Das heißt, ein völlig unbedarfter Bucklerfechter hat reihenweise „Veteranen“ weg geputzt. Bis er auf Kristine Konsmo traf. Darüber ist auf dem Fechtgeschichte Blog (den ich auch sehr interessant finde) ein wie ich finde sehr lesenswerter Artikel von Thore Wilkens erschienen.

Vereins internes Ringseminar mit Thore Wilkens

Um unser vor kurzem begonnenes Ringtraining auf eine vernünftige Basis zu stellen, haben wir Thore Wilkens (Trainer bei Blossfechter Chemnitz) gebeten für uns ein Vereins internes Seminar zum Thema Ringen zu veranstalten.
Zu unserer Freude hatte er zugesagt und am 25., 26. und 27.11.11 war es dann endlich soweit. Begonnen hat das Seminar am Freitag Abend mit einem Vortrag von Thore mit anschließender Diskussion. Inhaltlich setzte sich Vortrag mit dem Vorgehen beim Interpretieren der Schriften  mittelalterlicher Fechtmeister auseinander.
Dabei stellte Thore Methoden zur Erschließung des Inhaltes der Handschriften vor, gab Ratschläge wie man vorgehen kann, wenn man den Verdacht hat das sich ein Kopist vertan hat (was vorkommt), zeigte verschiedene Fallen auf in die man leicht laufen kann und vieles mehr.
Am Samstag begann dann der Bewegungsintensive Teil des Seminars. Nach einem gründlichem Aufwärmen nebst verschiedenen Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, begann das Training mit einer gründlichen Fallschule in der Thore die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigte einen Sturz abzufangen. Was wir dann auch gleich gründlich üben durften.
Anschließend kamen wir zu den Ringstücken, genauer den Twirchstücken des Codex Wallerstein. Mit den Twirchstücken beschäftigten wir uns dann auch bis zum späten Nachmittag. Thore erklärte die einzelnen Techniken dabei sehr ausführlich Stück für Stück und stellte sich dabei sehr umsichtig auf den Trainingsstand der einzelnen Seminarteilnehmer ein. So das jeder in der Lage war sich die alles andere als leichten Techniken zu erarbeiten. Auch wenn es natürlich noch einiges daran zu üben gibt. Anschließend beendeten wir den Samstag mit einem gemeinsamen essen nach dem alle nur noch ins Bett wollten.
Am Sonntag ging es nach einem Erwärmen und dem wiederholen der Fallschule weiter an die Twirchstücke. Nur das die Glieder viel schwerer waren als am Tag davor und jeder Muskel schmerzte. Am Ende des Seminars gab Thore noch mal eine Zusammenfassung des am Wochenende erlernten. Wobei er auch auf die Möglichkeiten einging im Ringen Schläge anzubringen und wie man mit diesen umgeht.

Warum der Bericht wo es sich doch um eine Vereins interne Veranstaltung handelte? Um Appetit zu machen. Da wir alle von Thores Art zu unterrichten und dem Seminar im allgemeinen ziemlich begeistert waren, wollen wir das Seminar im nächsten Jahr wiederholen, bzw. ein weiteres veranstalten. Diesmal jedoch für alle interessierten zugänglich.

Tag der Meisterehrung

Anlässlich der Gründung des Twerchhau e.V. wurden wir von Herrn Klein vom Neuköllner Sportamt gebeten, unseren Verein im Rahmen des Tages der Meisterehrung mit einer kleinen Vorführung vorzustellen. Was wir natürlich gern gemacht haben.
Leider war das Zeitfenster dafür recht klein, zehn Minuten, so das wir auf die einzelnen Bereiche nicht wirklich eingehen konnten und die Aufführung somit nur einen Oberflächlichen Eindruck unseres Trainingsinhalts vermitteln konnte. Aber es ist ein Anfang um in Berlin das Historische Fechten einem breiteren Publikum bekannt zu machen.
Vielen Dank an Drei Wunder Berlin, namentlich Micha und Uli für die Unterstützung und Herrn Klein für die Einladung. Sowie an alle Teilnehmenden, nicht zu vergessen unserem sagenhaften Moderator Nick. Auch wenn ihm in dem Video wegen ein paar gackernder Zuschauer in der Nähe der Kamera der Ton abgeschnitten wurde.

Hier ein Videomitschnitt der Vorführung.

 

Buckler Seminar mit Roland Warzecha – Rückblick

Am 26.- und 27.3.2011 hat Roland Warzecha in Berlin ein Seminar zu den Grundlagen des Bucklerfechtens abgehalten. Inhaltlich ging es dabei nicht primär um das Erlernen einzelner Spiele des I.33. Sondern um Grundlegende Prinzipien des Bucklerfechtens, bzw. im allgemeinen Umgang mit scharfen Hiebwaffen.

Samstag ging es vor allem erst mal um eben diese Grundlagen. Am Anfang wurden die Prinzipien der Biomechanik vermittelt, wie richte ich mich kraftvoll zum Gegner aus, wie muss ich auf den Gegenüber zugehen um ihn in einem für ihn ungünstigen Winkel anzugehen, wie erzeuge ich Druck und wie halte ich diesem Stand. Weiter ging es dann mit den Grundlagen des Bucklerfechtens. Wie führe ich das Schwert richtig, wie setzt man gute Bucklerschläge, welche Fußarbeit ist im Umgang mit Schwert und Buckler sinnvoll, wie überbinde ich die Klinge meines Gegenüber und wie beantworte ich eine Überbindung. Und vieles mehr.

Am Sonntag ging es dann um Angriffe aus verschiedenen Huten und wie man sie kontert. Gegen Ende des Seminars haben wir noch ein paar kontrollierte Freikämpfe gemacht. Kontrolliert heißt in dem Fall, es wurde nur mit halber Geschwindigkeit gefochten. Was auch recht gut geklappt und viel Freude bereitet hat.

Das Seminar war wirklich sehr lehrreich und hat viel Spaß gemacht. Rolands Unterricht hat durch fundiertes Fachwissen und eine nette und anschauliche Art die Themen zu vermitteln überzeugt.

Wir werden das Seminar auf jeden Fall nächstes Jahr fortführen. So das wir Roland bitten werden im nächsten Jahr ein Seminar zu halten welches auf dem diesjährigen aufbaut. Ich kann allen an der Kunst des Bucklerfechtens interessierten ein Seminar mit Roland wärmstens empfehlen, es wird euch ein gutes Stück vorwärts bringen. Und falls es für euch bis Berlin zu weit ist, ladet ihn einfach zu eurem Heimatort als Trainer ein 🙂

Schlachtfeld und Massengrab – Spektren interdisziplinärer Auswertung von Orten der Gewalt

Vom 21. bis 24. November 2011 wird in Brandenburg a. d. Havel die Tagung „Schlachtfeld und Massengrab – Spektren interdisziplinärer Auswertung von Orten der Gewalt“ stattfinden.
Diese Tagung beschäftigt sich mit der interdisziplinären Auswertung historischer Schlachtfelder. Angeregt wurde diese Tagung vor allem durch den Fund eines Massengrabes aus dem dreißig Jährigen Krieg. In diesem Grab, welches im Frühjahr 2007 bei Wittstock a/d Dosse ausgehoben wurde, beherbergte 120 Söldner. Programmpunkte werden noch bis Ende 2010 aufgenommen. Vielleicht sollte man, wenn das Program feststeht mal gucken, ob es dort Vorträge geben wird, die vielleicht auch für Historische Fechter interessant sein könnten. Mehr dazu könnt ihr auf Archäologie Online nachlesen.