Eine Dreikantige Dolchscheide fertigen

Die folgende Scheide baue ich in Anlehnung an eine dreikantige Dolchscheide die im Deutschen Historischen Museum in Berlin liegt, unter der  IMG_1320Inventarnummer W 2344.a-b geführt wird und auf um 1500 datiert ist.
Aber zuerst mal vielen Dank an Marcial, ohne den ich die Scheide gar nicht gebaut hätte, da ich von Ihm sowohl den Hinweis auf dreikantige Scheiden generell, als auch den Hinweis auf die Dolchscheide im DHM bekommen habe.

Die Dolchscheide im DHM ist auf um 1500 datiert. Sie besteht aus einem dreieckigen Holzkern mit einem schwarzenIMG_1332 Lederüberzug. Der Holzkern besteht aus drei Furnierstreifen die nicht miteinander verklebt, oder anderweitig miteinander verbunden sind. Sie werden lediglich durch die Spannung des Leders um sie herum gehalten.
Das Leder ist miteinander vernäht und auf der Rückseite der Scheide, in Nähe des Scheidenmundes finden sich zwei Löcher. Vermutlich zum durch fädeln eines Bandes um die Scheide so am Gürtel zu befestigen.
Auf der Vorderseite verfügt die Scheide über zwei Besteckfächer, bei denen es sich um „kleine Scheiden“ handelt die zwischen Furnier und Ledermantel eingelassen sind.
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Eine Dolchscheide fertigen (Für eine drei kantige Dolchklinge)

IMG_1058Die Dolchscheide soll für einen Dolch mit einem drei kantigen Klingenquerschnitt sein. Eine kleine Besonderheit ist auch das der Dolch für den die Scheide ist, an einer Seite der unteren Scheibe, über eine abwärts gebogene Scheibe verfügt. Wahrscheinlich diente dies dem Tragekomfort.IMG_0926
Aber egal ob dem so war oder nicht, die Dolchscheide muss dementsprechend angepasst werden.

An Wehrzeug und Material benötigt man: Zwei Holzleisten in entsprechender Länge*, Ponal, Leder, Leinengarn, Wachs, Lederfett, Klemmzwingen, einen Zollstock, Winkeleisen (oder ähnliches), Pinsel, Borsten, Ahle, Schleifpapier, Hobel, Bleistift, Bohrmaschine, Schraubzwinge, zwei dünne Streifen ca. 3 mm starken Leders, ein größeres Stück ca. 1.8 mm staken Leders, Teppichmesser (oder ähnliches), zwei Streifen Furnierholz.

IMG_0929* Da bei einer drei kantigen Klinge, die Klingenform nicht aus beiden Holzleisten, sondern nur aus einer heraus gearbeitet IMG_0930wird, sollten die Holzleisten „nicht“ über die selbe Stärke verfügen. Statt dessen sollte die Leiste aus der die Klingenform herausgearbeitet wird so dick sein das dies möglich ist, die andere Leiste kann wesentlich dünner gewählt werden. Das erspart beim Hobeln ein gutes Stück Arbeit.

Als erstes ermittelt man auf der dickeren der beiden Leisten die Mitte. Und kennzeichnet diese mit einem Strich.
Nun lege ich die Dolchklinge mit Hilfe des Mittelstrichs, mittig auf die Holzleiste und markiere IMG_0934ihren Umfang mit einem Bleistift. Da bei der auf der Leiste liegenden Klinge nur an der IMG_0935Dolchspitze die Mittellinie wirklich zu sehen ist,  mache ich mir im oberen Bereich Hilfsmarkierungen. Ich setze von der Mittellinie nach links und rechts alle 5 mm eine weite Markierung. Das hilft beim Vermitteln der Klinge im oberen Bereich.
Die Länge der Klinge führe ich in der Scheide immer ein Stück weiter als wirklich benötigt. Das mache ich, weil ich am fertigen Holzkorpus am Scheidenmund noch mal das Schleifpapier ansetze. Um zu vermeiden das ich evtl. etwas zu viel weg schleife und die Scheide so zu kurz wird, gebe ich beim herausarbeiten der Klingenform in der Länge einfach ein paar Zentimeter hinzu.
IMG_0939IMG_0944Ist die Klinge markiert schneide ich entlang der Mittellinie erst mal eine Führung. Dabei ist es hilfreich die ersten Schnitte entlang eines Winkels, oder einer anderen Hilfe zu führen. Damit der Schnitt auch möglichst gerade ist. Hat man erst mal etwas tiefer geschnitten kann man auch freihändig weiter arbeiten, da man dann ja eine Führung hat. Entlang des Klingenumfangs mache ich ebenfalls einen Schnitt ins Holz. Jedoch nur oberflächlich. Das gibt beim Herausholen des Holzes, gerade wenn mit der Maserung gearbeitet, wird eine gute Führung für das Eisen.
Habe ich die mittige Führungslinie tief genug geschnitten (ob es tief genug war weiß man erst später, meist muss ich jedoch beim Herausnehmen des Holzes die Mittellinie nochmal nach schneiden), nehme quer zur Maserung, von den Seitenrändern zur Mittellinie ein Stück Holz „Eine Dolchscheide fertigen (Für eine drei kantige Dolchklinge)“ weiterlesen

Anleitung: Schwertscheide fertigen

Wir basteln uns eine Schwertscheide

Der Lederbezug und die Art der Gurtbindung sind zwar die einer Scheide aus dem 14. Jahrhundert, kann aber vom Kern her für viele andere Darstellungen verwendet werden. Man muss dann eben nur den Leder oder Leinenbezug und Bindung anders gestalten.
Zuerst kaufen wir eine Holzleiste, welche gut doppelt so lang ist, wie die Klinge unseres Schwertes und etwas breiter als die Schneide an der breitesten Stelle.
Wenn man es sich nicht unnötig schwer machen möchte hilft, es ungemein, sich eine möglichst „astreine“ Leiste aus zu suchen.
Auch sollte man darauf achten, dass das Holz nicht all zu verzogen ist, damit es sich nachher ohne Probleme aufeinander leimen lässt.

1.) Wir teilen die Leiste in der Mitte, sodass wir eine Ober- und eine Unterseite für die Scheide haben.

2.) Wir legen auf beiden Seite, auf der Innenseite die Klinge auf das Holz, vermitteln diese und zeichnen die Klinge auf dem Holz an. Bevor wir uns für eine Holzseite als Innenseite entscheiden, sollten wir die Leisten in verschiedenen Konstellationen aufeinender legen, um zu sehen, welche Seiten ohne viel pressen gut aufeinander passen.

3.) Wir nehmen ein Stück Fell, Zeichnen zweimal die Klinge darauf auf und schneiden es aus.
Dabei achten wir darauf, dass wir das Fell so anzeichnen und ausschneiden, dass wir ,wenn wir das Schwert in die Scheide stecken, dies nicht gegen den Strich des Fells machen. Sonst reißen wir mit der Zeit beim Einführen der Klinge Fellstücke heraus, welche sich dann unten in der Scheide ablagern und irgendwann bekommen wir das Schwert nicht mehr in die Scheide.

4.) Nun holen wir mit einen Stecheisen das Holz heraus, damit ein Hohlraum entsteht, welcher nach dem aufeinander leimen der Leisten die Klinge aufnimmt.
Wir beginnen damit die Linie, welche wir angezeichnet haben abzustechen und dann mit dem Eisen das Holz herauszuholen.
Geht nicht zu ungestüm ans Werk, sonst passen bevor man sich versieht zwei Klingen hinein. Immer wieder zwischendurch anprobieren und denkt daran, bei beiden Leisten jeweils nur die Hälfte der Klingenstärke herauszuholen. Probiert die Scheide zwischendurch immer wieder an, indem ihr das Schwert und die beiden Fellstücke in die eine Hälfte der Scheide legt und die andere Hälfte dann oben drauf. Wenn es zu passen scheint, legt die Fellstücke und die Klinge in den Hohlraum, legt beide Leisten aufeinander und fixiert sie leicht mit einer Klemme oder ähnlichem.
So könnt ihr testen, wie die Passgenauigkeit ist, das Schwert sollte weder einfach herausrutschen, noch sich nur mit Gewalt ziehen lassen.

5.) Wenn alles passt werden die Fellstücke mit der Narbenseite Richtung Holz in die Scheide geklebt. Auch wenn es nicht authentisch ist, verwende ich dafür Pattex. Achtet vor allem darauf, dass ihr das Fell am Mundstück der Scheide gut festklebt. Wenn es sich löst während ihr das Schwert in die Scheide einführt und ihr das Fell dabei in die Scheibe schiebt, habt ihr ein Problem. Das bekommt ihr höchstwahrscheinlich nicht mehr heraus und könnt die Scheide wegwerfen!

6.) Wenn das Fell fest an Ort und Stelle sitzt, werden die Holzleisten aufeinander geklebt. Dazu tragen wir auf einer Leiste in Schlangenlinien Holzleim auf und legen die Leisten aufeinander.
Achtet darauf das auch alles richtig aufeinander sitzt. An dieser Stelle ist es entscheidend, dass ihr auch wirklich genau gearbeitet habt. Wenn die beiden Hohlräume nicht übereinander liegen, wird das Schwert niemals in die Scheide herein passen.
Fixiert die Leisten nun mit Schraubzwingen aufeinander und laßt das Ganze gut trocknen. Beim Festziehen der Schraubzwingen werden sich die Leisten aufeinander verschieben. Kontrolliert das und richtet sie wieder richtig aus.

7.) Nun geht es ans Hobeln und anschließend ans Schleifen. Seid auch beim Hobeln vorsichtig. Es ist eine schmale Gratwanderung zwischen möglichst viel wegnehmen und ein Loch rein Hobeln.  Man kann es notfalls flicken, indem man an der Stelle mehrere Hobelspäne aufeinander klebt, mit viel Kleber, das Ganze mit Tesafilm fixiert und dann gut trocknen lässt. Danach muss man die Stelle gut schleifen. Wenn das Leder darüber geklebt wird, sieht man nichts mehr davon. Aber schöner ist es natürlich, wenn man gar nicht erst in die Verlegenheit kommt etwas flicken zu müssen. Ich finde es hilfreich, sich die Klinge vor dem Hobel außen auf der Scheide aufzuzeichnen, damit man eine Vorstellung hat, wo sich der Hohlraum befindet. Im oberen Bereich hobel ich nicht alles weg, was weg soll. Ca. 5 mm lasse ich mehr stehen und zeichne mir im oberen Bereich zwei Bänder um die Scheide herum an. Diese will ich stehen lassen, um das Einfädeln des Gurtes in das Leder, welches die Scheide schließlich bekleidet zu erleichtern.
Wenn ich die Bänder angezeichnet habe, nehme ich das Holz, um sie herum mit einem Eisen weg.

8.) Nachdem wir der Scheide nun Form gegeben haben, geht es daran sie einzukleiden. Dazu habe ich mich für weinrotes Leder entschieden. Erst einmal muss es angepasst werden.
Dazu drehe ich das Leder erst einmal auf links, fixiere es mit Wäscheklammern, um den Holzkern und zeichne es an. Ich zeichne sowohl die Umrisse an, also die Größe des gesamten Lederstücks, welches nachher die Scheide einkleidet. Dabei gebe ich ein wenig Spiel, da ich das Leder vor dem Umnähen an der Naht ein Stück nach innen klappen möchte. Als auch die Stellen an, welchen die Gurte nachher durch gefädelt werden sollen. Diese zeichne ich ziemlich großzügig an, da ich noch nicht exakt weiß, wo die Gurte nachher durchgefädelt werden.

9.) Nun löse ich das Leder wieder von der Scheide und übertrage die Stellen an denen die Gurte entlang gehen auf die Scheide. Denn diese muss ich nachher beim Einstreichen der Scheide mit Kleber aussparen. Sonst kann ich den Ledermantel nicht anheben, um die Gurte durchzuziehen.

10.) Wenn klar is,t wo kein Kleber hin soll, streiche ich die Scheide auf der Vorderseite satt mit Holzleim ein (Anm.: nur da wo er hin soll!), lege das Leder auf und streiche sorgfältig alle Blasen und Falten heraus. Dann drehe ich die Scheide um, um ihre Rückseite mit Leim einzustreichen. Anschließend vernähe ich die Stoßkante. Wobei man etwas zügig arbeiten muss, da der Leim schnell trocknet.

11.) Da der obere Riemen zu einem Teil geteilt werden muss, ermittele ich, wie lang das geteilte Stück sein muss. Ich wickle den Riemen dazu, so um die Scheide, wie der oberere der geteilten Riemen nachher um die Scheide gewickelt wird. Dabei bin ich großzügig ,damit es nachher nicht doch zu kurz ist.
Bevor der Riemen nun geteilt wird, sollte an der Stelle, wo der geteilte Riemen zu einem wird ein Loch gesetzt werden. Dies verhindert, dass der Riemen beim Tragen des Gehänges weiter einreist. Dann kann der Riemen geteilt werden. Er sollte aber nicht einfach nur geteilt werden, sondern muss dabei nach unten hin auch immer dünner werden, damit sich das Ende nachher auch gut verknoten lässt. Schneidet aber nicht einfach drauf los, sondern wickelt den Rieme,n wenn er geteilt ist um die Scheide, so wie er nachher verläuft und zeichnet dabei an ,wo er, wie viel schmaler wird. Erst dann nehmt auch die Seiten weg.

12.) Nun noch die Riemen anbringen, wobei ich mich Stück für Stück vorarbeite. Ich arbeite mich Schlaufe für Schlaufe vor, setze die Schnitte im Ledermantel und passe die Breite der Gürtel langsam und gemächlich an. Hier keine operative Hektik aufkommen lassen, sonst ist schnell etwas versaut.

13.) Wenn der Obere Riemen angebracht ist, folgt der untere. Dazu gucken wir auf welcher Höhe dieser sitzen muss. Setzen auch hier die entsprechenden Schlitze und vernähen den unteren Gurt um die Schwertscheide. Nun fädeln wir den Oberen Gurt durch den Unteren und setzen vorn den Knoten.

14.) Jetzt bleibt nur noch die Schnalle anzunähen, die Löcher für die Schließe in den unteren Gurt zu stanzen und die Scheide zu fetten. Fertig!

Und hier das ganze noch mal ausführlich bebildert.