Einen Mordaxtsimulator Schäften

IMG_2367Als Köpfe für die Simulatoren haben wir uns für die in diversen Onlineshops erhältlichen Gummiköpfe entschieden. Sie haben im Gegensatz zu selbst gebastelten Köpfen aus Schaumstoff, oder ähnlichen Materialien, den Vorteil das sie in etwa an das Gewicht eine Mordaxtkopfes heran kommen. Die Lösungen aus Schaumstoff sind viel zu leicht und verfälschen damit das Bild der Waffe.
Da die Gummiköpfe ohne Schaft kommen, muss man sie noch Schäften. Als Schaft haben wir uns für einen Schaft aus Eschenholz entschieden. Die Form soll rechteckig sein, da diese Form gegenüber runden oder quadratische, einen deutlichen Vorteil hat Ich merke schon beim anpacken des Schaftes wo sich die Köpfe der Axt befinden.
Also haben wir uns bei einem Tischler eine Eschenbohle aufschneiden lassen, und so erst mal quadratische Schäften erhalten.IMG_2374
Um nun den Gummikopf, die beiden Gummienden und den Schaft zusammenzufügen, braucht es noch etwas Handarbeit. Wozu man einen Hobel, ein Zieheisen, ein paar Schraubzwingen, einen Bleistift, etwas Sandpapier, eine Bohrmaschine nebst Holzbohrer, einen Buchenholzrundstab in Stärke des Holzbohrers, einen Hammer und eine Feinsäge benötigt.
Als erstes muss der Schaft auf die eigene Körpergröße gekürzt werden. Da so ein Schaft selten gerade ist, gucke ich mir diesen vorher genau an, um beim Kürzen die krummere Seite weg sägen zu können.
Ist der Schaft auf die richtige Länge gekürzt, verwandele ich den in einem quadratischen Querschnitt IMG_2375erhaltenen Schaft, in einen rechteckigen Schaft. Dazu nehme ich auf einer Seite des Schaftes, mit dem Hobel so viel weg, das der Schaft den gewünschten Querschnitt und die gewünschte Stärke erhält. Anschließend fahre ich mit dem Hobel an den Kanten entlang, um diese zu brechen. Damit der Schaft sich später angenehmer führen lässt.
Zum Hobeln empfiehlt es sich den Schaft irgendwo zu befestigen, z.B. mit Schraubzwingen.

Als nächstes wende ich mich dem Kopf und der oberen „Speerspitze“ zu. Da der Kopf leider eine Aufnahme für einen runden Schafft hat, muss der Schaft dafür zugearbeitet werden.
Zunächst messe ich mir aus wie viel Holz ich am oberen Endes des Schaftes rund zuarbeiten muss, damit ich den Axtkopf darauf schieben kann und noch genug rundes Material übersteht, um die obere Spitze aufzunehmen.
Die Länge markiere ich rundherum mit Hilfe eines Winkeleisens und eines Bleistiftes.
Anschließend säge ich den Schaft an der Bleistiftlinie entlang rundherum ein Stück ein, um eine saubere Kante zu erhalten.
Diese Kante hat auch den Vorteil das der Axtkopf dadurch bei Gewalteinwirkung von oben nicht am Schaft herunterrutschen kann.IMG_2380
Man sollte dabei nicht zu tief sägen, da sonst eine Sollbruchstelle entsteht. Statt dessen sollte man lieber im Bedarfsfall ein Stück nach sägen.
Nun macht man sich daran den markierten Bereich rund zu zuarbeiten. Da man an dem kurzen Stück mit dem Hobel keinen richtigen Ansatz findet, empfiehlt sich hier das Zieheisen.
Nehmt nicht zu viel auf einmal weg, sondern probiert immer wieder ob der Kopf sich schon aufstecken 1lässt. Das Loch in dem Gummikopf ist ziemlich dehnbar, und der Kopf sollten stramm sitzen. Wenn der Kopf passt, markiert Euch mit einem Bleistift bis wohin er reicht, nehmt ihn nochmal ab und arbeitet den Rest etwas Spitzer zu, damit die Speerspitze drauf passt.

Passen sowohl der Kopf als auch die Spitze, sind wir mit der oberen Seite erst mal fertig. Und wenden uns der unteren Hälfte zu. Im Thott 290 sieht man sehr schön das, zumindest bei Hans Talhoffer das untere Drittel des Schaftes rund gehobelt ist. Da ich das sehr schick finde und es sicherlich nicht umsonst gemacht wurde, habe ich meinen Schaft ebenso gestaltet.
Markiert Euch einfach das untere Drittel des Schafts mit einem Bleistiftstrich und fangt an, den Schaft von dort nach abwärts rundIMG_2379 zu hobeln. Wobei das untere Ende so schmal werden muss, das es an dem Ende die zweite Speerspitze aufnehmen kann.
Zum Schluss noch mal alle Gummiteile abmachen und den Schaft ordentlich schleifen. Gummiteile wieder anbringen und fertig. Naja, fast fertig. Da es im Training äußerst nervig ist wenn der Kopf sich beim Einhaken der gegnerischen Mordaxt verdreht, habe ich sie gegen das Verdrehen gesichert. Dazu habe ich den Kopf samt Schaft mit einem 6’er Holzbohrer durchbohrt und einen 6,er Buchenholzrundstab mit einem Hammer hindurch getrieben. Anschließend die überstehenden Enden des Rundstabes bündig zum Gummikopf ablängen, mit den beiden Speerspitzen ebenso verfahren. Fertig.