Johann Georg Pascha

Das Vollständige Ringbuch von Johann Georg Pascha ist auf 1659 datiert. Ich finde dies Werk recht hilfreich weil es erst mal das entwinden aus verschiedenen Griffen beschreibt, was somit eine recht gute Grundlage bietet um von da dann in verschiedene Techniken zu gelangen. Die im folgenden von uns gezeigten Videos haben keinen Anspruch auf die perfekte Sichtweise der Techniken, sondern  geben lediglich den aktuellen Stand unserer Interpretationen dieser wieder.

Anscheinend wurde das Ringen schon zu Paschas Zeiten langsam vergessen, da er darauf hinweist wie wertvoll diese langsam in Vergessenheit geratende Kunst der Vorväter ist.

Was das Ringen vor ein nüzliches Exercitium und wie es unsere Vorfahren nicht allein in Scherz / sondern auch in Ernst gebrauchest haben / Solches ist auß denen historien genugsam bekannt / denn es machet nicht allein des Menschen ganzen Leib geschickt / sondern es kan auch ein schwacher Mensch  / welcher dessn wissenschaft hat / und darinnen wolgeübt / sich sich gegen einen stärckeren beschüzen / und also demselben widerstand thun / wie hoch es nun bey denen Vorfahren / wie gedacht / gehalten worden / so gering wird es zu Unsern zeiten geachtet / und verlässet sich heutiges tages ein jeder auff seine grösse und stärcke / da er doch hierinnen ( wenn ein Kleiner in Ringen geübter mit ihm zu thun hat)  gar sehr fehlet / und weil es nun fast erloschen  / habe ich dahero Ursach nehmen wollen / solches durch dessen Druck und Kupffer in etwas ans Licht zu bringen / zweifele nicht / es werde der Liebhaber desselben / solches geringe Wercklein von mir willig und gerne annehmen / welchen ich in den Schuß [GDTTEG?] / mich aber in seine Gewogenheit befehle

Bevor Pascha zu den einzelnen Stücken kommt weist er noch auf grundlegendes hin.

1.) Zum ersten ist zu wissen nöthig / daß des Menschen Arm in drey Theil getheilt werden / in die Stärke / halbe Stärke und Schwäche.

2.) Das der Kopff in zwey Theil / in die Schwäche und Stärcke / oben am Kopffe ist die Schwäche / unten aber die Stärcke.

3.) Daß der leib und Füsse in dren theil getheilet werden / in die stärcke / halbe stärcke und schwäche.

4.) Wenn du dich los machest/ so mustu mehrenteils mit deiner halben stärke in Adversarii schwäche deß Armes kommen.

Nun folgen die im einzelnen von Johann Georg Pascha beschriebenen Ringstücke.

5.) Wenn dich Adversarius am rechten Arm angreifft / so mache dich außwendig loß.
6.) Wenn dich Adversarius am linken Arm angreifft / so mache dich außwendig loß.
7.) Wenn dich Adversarius am rechten Arm angreifft / so mache dich inwendig loß.
8.) Wenn dich Adversarius am linken Arm angreifft / so mache dich inwendig loß.

9.) Wenn dich Adversarius am rechten angreifft / Arm so schlage Adversarius starck in sein Arm-gelencke.
10.) Ebenso mache wenn dich Adversarius am lincken Arm angreifft.

11.) Wenn dich Adversarius mit seiner rechten Hand in die stärcke deines lincken Arms fast / so greiffe mit benden Händen über seine schwäche / und trücke nieder.
12.) Mache es ebenso wenn er mit seiner lincken Hand dich in die stärcke deines Rechten Arms fasset.

13.) Wenn dich Adversarius in deine beyde Arm greifft / so mache dich außwendig los.
14.) Wenn dich Adversarius in deine beyde Arm greifft / so mache dich inwendig los.

Wird Fortgesetzt …

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