Tegen / Degen / Dolch / Tolch / Kurzes Messer

Die sprachliche Differenzierung der unterschiedlichen Formen dieser Waffe.

Es mag albern sein, aber ich mag es nicht wenn ich Dinge nicht eindeutig benennen kann. So geht es mir manchmal mit Dolchen.
Denn als Dolch wird eigentlich fast jede, dem kurzen Messer ähnliche Waffe bezeichnet, die in den Handschriften behandelt wird.

Dolch im Codex Wallestein
Dolch im Codex Wallestein

So sprechen wir Historischen Fechter, die in den Handschriften des 15. Jahrhunderts verwendeten Waffen als Doch an, obwohl die Bezeichnung Dolch für diese Waffenform damals noch gar nicht geläufig war. Wobei Historische Fechter wenn sie von einem Dolch sprechen, in der Regel eine reine Stichwaffe meinen. Erst die Verfasser der Fechtschriften des 16. Jahrhunderts, bezeichnen diese Waffe im weitesten Sinn als Dolch.
Und obwohl diese Waffen sich teilweise ziemlich unterscheiden, sprechen wir sie alle einfach als Dolch

an. Das Problem dabei ist, das dies alles andere als eine klare Ansprache für eine Sache ist. Den bei dem Wort Dolch, hat dann vielleicht mein Gesprächspartner vielleicht eine anderes Bild vor seinem

Dolch im Thott 290 2
Dolch im Thott 290 2

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Vermesungen 11 – Hodendolch

Werte in Zentimetern und Gramm
Waffentyp: Hodendolch (Vermessung – Nr.11)
Datierung: 15. Jahrhundert

Gesamtmaße
Länge: 32
Breite: 5,9
Gewicht: 192
Balancepunkt ab Gehilz: 3

Klingenmaße
Klingengeometrie: Keilförmig – Volle Rückenklinge
Klingenlänge: 21,3
Klingenbreite beim Kreuz: 2,7
Klingenbreite bei 1/3: 2,4
Klingenbreite bei 2/3: 1,5
Klingenbreite 20 mm vom Ort: 1
Klingendicke beim Kreuz: 0,83
Klingendicke bei 1/3: 0,7
Klingendicke bei 2/3: 0,6
Klingendicke 20 mm vom Ort: 0,5

Griffstück
Griffgeometrie: Leicht konisch zur Klinge hin
Material: Holz
Länge: 10,5
Breite: 3,1
Dicke: 2,8
Nietenform: Quadratisch mit runder Unterlegscheibe

Vermessung 15 – Hodendolch

Werte in Zentimetern und Gramm
Waffentyp: Hodendolch – Einschneidig (Vermessung – Nr.15)
Datierung: 15. / 16. Jahrhundert – Fundort Berlin Mühlendamm

Gesamtmaße
Länge: 32
Breite: 4
Gewicht: 979
Balancepunkt ab Gehilz: 0,19

Klingenmaße
Klingengeometrie: Rückenklinge mit abgesetzten Schneideflächen
Klingenlänge: 20
Klingenbreite beim Kreuz: 1,95
Klingenbreite bei 1/3: 2,04
Klingenbreite bei 2/3: 1,6
Klingenbreite 20 mm vom Ort: 1,3
Klingendicke beim Kreuz: 0,8
Klingendicke bei 1/3: 0,7
Klingendicke bei 2/3: 0,6
Klingendicke 20 mm vom Ort: 0,5

Griffstück
Griffgeometrie; Oval
Material: Holz
Länge: 9,4
Breite: 4
Dicke: 2,2
Nietenform: Ring

Besonderheiten
Das Griffstück ist im hinteren Bereich stark in Richtung Klinge gebogen

Beschädigungen
Von den Hoden des Dolches ist nur der eine Ball noch teilweise erhalten. Der andere ist nicht mehr sichtbar. Überhaupt fehlt der Gesamte Teil des Griffstücks der am Übergang zur Klinge befindet.
Die Klinge ist sowohl am Rücken als auch an der Schneide vom Rost stark zerfressen.

Vermessung 16 – Hodendolch

Werte in Zentimetern und Gramm
Waffentyp:  Hodendolch (Vermessung – Nr.16)
Datierung: 14. Jahrhundert – Gefunden bei Lychen Kreis Templin

Gesamtmaße
Länge: 40
Breite: 2,3
Gewicht: 55
Balancepunkt ab Gehilz: 7,2

Klingenmaße
Klingengeometrie: Rückenklinge mit abgesetzten Schneideflächen
Klingenlänge: 28
Klingenbreite beim Kreuz: 2,3
Klingenbreite bei 1/3: 2,02
Klingenbreite bei 2/3: 1,66
Klingenbreite 20 mm vom Ort: 1,3
Klingendicke beim Kreuz: 0,75
Klingendicke bei 1/3: 0,58
Klingendicke bei 2/3: 0,47
Klingendicke 20 mm vom Ort: 0.4

Griffstück
Griffgeometrie: Nach Fundkatalog Hodendolch
Material: Holz
Breite: Ein Rest am oberen Ende: 2,22
Nietenform: Könnte nach dem Abdruck im Holz rund gewesen sein

Beschädigungen
Der Ort ist abgebrochenund der Rest der Klinge ist stark verrostet. Vom Griff ist bis auf ein kleines Stück im Oberen Bereich des Griffstückes nichts mehr vorhanden.
So das die Aussage das es sich bei dem Stück um einen Hodendolch handelt, einzig auf die im Fundkatalog unkommentierte Angabe dazu fusst.