Hans Heim Messerkurs 2018

An den Tagen vom 05.05.-6.05.  hat der Twerchhau e.V. mit Hans Heim [Ochs – Historische Kampfkünste e.V.] eine Koryphäe des mittelalterlichen Kampfes für einen Wochenendworkshop zum Thema „Langes Messer“ gewinnen können. Neben Mitgliedern des Twerchhau e.V. haben uns viele weitere interessierte Liebhaber des „Langen Messers“ aus ganz Deutschland in unserer Trainingshalle in Berlin für einen beiderseitigen Wissens- und Technikaustausch aufgesucht.

Natürlich haben wir unsere Freunde, aus wie z.B. Leipzig oder Bremen, mit offenen Armen empfangen und den ersten Tag des Workshops entspannt in einer geselligen Runde bei Speis und Trank ausklingen lassen, um alsbald bereit für den kommenden Tag zu sein.

Wie Hans selber sagte, sind die drei Ziele des Seminars, Spaß zu haben, etwas zu lernen und das Seminar gesund und munter zu beenden. Spaß an den neuen Techniken und dem Training mit Gleichgesinnten hatten wir zur Genüge. Zudem ließen uns die neuen und lustigen Übungen zur Schulung der fechterischen Leichtfüßigkeit, viele Male auflachen.

Aber natürlich haben wir durch Hans auch einen großen Einblick in die Techniken von Lecküchner bekommen. Unteranderem wurden der Zornhau-Ort-Komplex, der Wecker, der Bogen, der Winker, der Entrüsthau, Übungen zum Ringen mit und ohne Messer sowie Entwaffnungen abgehandelt.

Am Sonntag haben wir das Seminar müde, aber zufrieden, mit viel neuem Wissen und vor allem heil beendet. Nun gut, fast heil, ein paar Blauflecke beim Ein oder Anderem kann man bei einer Kontaktsportart kaum vermeiden. Und einen Punkt, den man sich wie Hans meint immer merken sollte: Um Verletzungen beim Kämpfen zu vermeiden, ist ein Schritt nach hinten durchaus ein angemessener Fechtschritt!

Zum Abschluss danken wir Hans Heim [Ochs – Historische Kampfkünste e.V.] nochmals ganz herzlich für hervorragend durchgeführte Seminar und das tolle Wochenende im Namen aller Teilnehmer und des Twerchhau e.V. Wir hoffen, dass wir Hans bald wieder für uns gewinnen können. Vielen Dank.

English Version

On 5th and 6th of May, by invitation of Twerchhau, Hans Heim, master of medieval fighting, and more specifically – long knives, has held a two day workshop in Berlin.

Twerchhau has provided an organisational support and invited interested long knives lovers to join us for a knowledge sharing weekend. 

Our friends came from as far as Leipzig and Hamburg to train and fight. We welcomed them with open arms both during the event and afterwards on unofficial dinner and drinks that followed. 

Main goals, as Hans himself said, were to have fun, to learn and to be safe. We had all three.

New and fun ways of learning the movements were inspiring and often left us laughing. One can not guess how much of fighting is there in dancing tango, imitating a gorilla or using carrots as a weapon! (some of us ate the carrots, please do not do that with real long knives!)

We have learned some new interpretations of attacks, parries and counters. Slowly building from basic hit and parry to taking opponents weapon in unarmed combat. Topic have also covered wrestling, twists. We have followed the manuals that are centuries old to reproduce the moves and learn from those.

On Sunday we have finished the workshop tired, but all in one piece (exept for a bruise or seven) but that is how it always is in contact sports.

To avoid injuries when fighting it is important to remember that moving a step back is a valid fighting step! Also, if you are unarmed fighting an armed person, first option should always be to run away. Safety first!

We would like to thank once again Hans Heim for a wonderful weekend and all our friends that joined us for it. We hope to have again such a nice and  productive weekend soon!

Handschuhe für das Historische Fechten (mit Fokus Langes Schwert)

Hände sind Teil unserer Kraftübertragung auf das Schwert, aber auch unverzichtbar im Alltag. Deshalb ist der Schutz beim Training und im Freikampf mit Stahlwaffen besonders wichtig.

Um selbst herauszufinden, welche Schutzhandschuhe für mich am Besten infrage kommen, habe ich einfach so viele getestet, wie ich konnte. In diesem Beitrag findet ihr meine Einschätzungen zu den jeweiligen Produkten.

SPES Heavy Gloves 1


SPES – Heavy Gloves – ca. 160€

  • Schutz der Hand        +++
  • Schutz Handgelenk    +++
  • Beweglichkeit Finger  +
  • Handling am Schwert +/++
  • Tragekomfort               +++
  • Verarbeitung                +++
  • Schwachstelle: zu großer Handschuhkragen

Wer den bestmöglichen Schutz für seine Hände möchte, greift zu diesen Handschuhen. Einfach jeder Zentimeter Deiner Finger und sonstigen Handteile ist optimal geschützt. Selbst provozierte harte Schläge prallen unbeeindruckt an der Hartplastikschale ab. Der Schutzfaktor hat natürlich auch seinen Preis – die Mobilität der Finger leidet unter den umfassenden Fäustling. Auch blieb bei mir das ein oder andere Mal die Kreuzstange an der Plastikplatte zwischen Daumen und Zeigefinger hängen (kann aber bei Bedarf bspw. mit einer Pfeile angepasst werden). Aber im Fechten mit dem Langenschwert ist die Beweglichkeit der Finger ja eher zweitrangig. Den Unterarmkragen empfand ich als zu voluminös, denn er verringert die „Manövrierbarkeit“ in den oberen Huten. Positiv zu erwähnen ist der Tragekomfort, die Handschuhe sind zwar etwas schwer, jedoch hatte ich keine Druckstellen feststellen können. Der Innenhandschuh trägt sich angenehm.

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Neyman Thok 1

Neyman – Thok Gloves – ca. 165€

  • Schutz der Hand        ++/+++
  • Schutz Handgelenk    +++
  • Beweglichkeit Finger  +
  • Handling am Schwert +/++
  • Tragekomfort              +/++
  • Verarbeitung                +/++
  • Schwachstelle: Handgelenk

Die Thok Gloves werben mit einem separaten Zeigefinger, ursprünglich für Einhandwaffen entwickelt sollen sie trotzdem bei Schwertkämpfern beliebt sein. Die Verarbeitung ist eher mittelmäßig. Das Schutzmaterial ist aus einer Art Hartgummi, welcher in der Innenseite stark auf der Haut drückt. Bei meinen Thoks musste ich einen Handschuh darunter tragen. Dann stört das harte Material nicht weiter. Der Handschuhkragen ist bei Neyman eher kurz, was beim Tragen eines Gambis ein Vorteil ist. Die größte Schwachstelle ist das Handgelenk. Dieses ist nämlich völlig ungeschützt und ist lediglich von einem etwas dickerem Stoff überzogen. Einen weiteren Schwachpunkt sehe ich in der Größentabelle von Neymann, trotz genauer Messung war die gelieferte Größe L viel zu groß für meine Hand. Darunter litt die Beweglichkeit wie bspw. im Daumengriff. Letztlich habe ich mich in diesen Handschuhen nicht wirklich sicher gefühlt. Bei einem Vereinsmitglied hat sich das Leder der Handschuhinnenseite leider sehr schnell gelöst – Garantieabwicklung mit Neyman bleibt noch abzuwarten.

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Sparring Gloves The Hoof 1

Sparring Gloves – The Hoof – ca. 170€

  • Schutz der Hand         +++
  • Schutz Handgelenk     ++
  • Beweglichkeit Finger   ++
  • Handling am Schwert  +/++
  • Tragekomfort               ++
  • Verarbeitung                ++
  • Schwachstelle: Mittel- und Ringfinger

First things first, ich mag das Design und das Logo von SG. Das Logo wirkt modern, erinnert aber trotzdem an die Tudorrose.

Die Verarbeitung ist besser als bei den Thok von Neyman (beides polnische Hersteller), denn man kann diesen auch ohne Zweithandschuh tragen. Dennoch trage ich einen gepolsterten Handschuh in den Sparring Gloves, was den Tragekomfort ohne Gambi erhöht. Mit Gambi wird es allerdings etwas eng. Besonders durch den langen und gut anliegenden Handschuhkragen, der hier schon eher ein Unterarmschutz ist, wird das „schnell in die Handschuhe schlüpfen“ zu einer etwas längeren Ankleidungs-Aktions. Nichtsdestotrotz trotz gehören diese Handschuhe  einer meiner aktuellen Favoriten. Es gibt sich auch in der „Lobster“ Variante als Fäustling, hier entfällt die Schwachstelle zwischen Ring- und Mittelfinger, aber auch die Fingerbeweglichkeit nimmt ab.

Weiterhin gibt es die Handschuhe mit aufgenähten Lederstreifen, oder wie bei mir, mit Kunststoffband. Dieses franste bei mir relativ schnell. Mit meinem Lötkolben konnte ich zwar eine saubere „Schmelzlinie“ erzeugen, aber das ist ja eigentlich nicht meine Aufgabe.

Nach jetzt 4 Monaten normalen Gebrauchs (ca. 30h Tragestunden) ist das Material im Inneren des Handschuhs durchgerieben. Diesen starken Abrieb kann ich mir nicht erklären, denn ich habe weder scharfe Kanten an meinem Gehilz oder Pommel, noch habe ich mich mit Halbschwerttechniken an schartigen Klingen probiert. Garantieabwicklung mit SG bleibt abzuwarten, der Kontakt zum Distributor Trainingschwert.eu lief sehr reibungslos.

 

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Neyman – Inigo Montoya 2 Version 1

 Neyman – Inigo Montoya 2 Version – ca. 190€

  • Schutz der Hand         +++
  • Schutz Handgelenk     +(+ mit Zusatz)
  • Beweglichkeit Finger   +++
  • Handling am Schwert  +++
  • Tragekomfort               ++
  • Verarbeitung                +++
  • Schwachstelle: evtl. Schläge zw. die Finger

Nach über 3 Monaten Wartezeit kann ich meine Liste erweitern. Die Inigo Gloves gibt es in einer Light und in einer Heavy Variante für den Schwertkampf.
Der Kundensupport bei Neymann war sehr kommunikativ, ich bin bestimmt nicht der einfachste Kunde, besonders nicht, wenn ich so lange auf ein Produkt warten muss und immer wieder vertröstet werde. Aber Neymann hat stets sehr schnell geantwortet und auch etwas für die Wartezeit draufgelegt, so habe ich einen zusätzlichen Gelenkschutz (nicht auf den Fotos) und mein eigenes Wappen auf den Gloves bekommen. Man muss die Jungs allerdings mehr als zweimal an ihre Versprechen erinnern.

Ich fasse hier die Fakten der zweiten Version zusammen: Die Verarbeitung finde ich hier besser als bei den Thok Gloves, denn bei diesen ist der Innenhandschuh fest vernäht. Der Lederhandschuh trägt sich auch angenehm. Beim ersten intensiven Test haben sich zwar ein paar Blasen an den Fingern gebildet, aber ich denke, das Material muss erst noch eingearbeitet werden. Die Hand liegt in der zweiten Version viel besser im Schutzhandschuh und wird durch einen neuen Verschluss in der Handfläche gehalten. Die Knoten drücken nicht mehr so und die Plastikplatten sind dünner, aber schützen genau so gut wie die alten. Weiterhin sind Daumen und die restlichen Fingerkuppen nun besser verarbeitet.

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Progauntles –  – ca. 300€

  • Schutz der Hand         ???
  • Schutz Handgelenk     ???
  • Beweglichkeit Finger   ???
  • Handling am Schwert  ???
  • Tragekomfort               ???
  • Verarbeitung                ???
  • Schwachstelle: ???

Ich hoffe ihr könnt euch einen Überblick verschaffen.
Beste Grüße Tom