In Gerichtskampfbeschreibungen gezeigte Treffer

Aufgrund von Diskussionen ob Handtreffer nun sinnvoll sind oder nicht, kam ich auf die Idee mal zu gucken was den in den Handschriften für Treffer gezeigt werden. Leider ist die Ausbeute geringer als ich erhofft hatte. Natürlich wird bei bebilderten Schriften immer wenn eine Technik gezeigt wird auch ein Treffer gezeigt. Das fand ich aber nicht sehr aussagefähig, da der Treffer ja schließlich geschehen soll. Interessant fand ich aber welche Angriffe Erfolg haben wenn der Gegenüber dies verhindern möchte.
So blieb mir erst mal nur Talhoffer. Dessen Handschriften ja zum großen Teil den Gerichtskampf beschrieben. So das ich denke mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen zu können das die dort gezeigten Treffer auch wirklich so passiert sind. Oder zumindest sehr ähnlich.
Dabei habe ich mich jedoch auf Treffer von Waffen beschränkt welche ich auch trainiere. Das Lange Schwert, den Dolch und Schwert und Buckler. Wobei ich beim Einhändig geführten Schwert auch das Lange Messer und auch die Handhabung ohne Schild betrachtet habe. Als Quelle dienten mir das Cod. Icon. 394a, das Thott 290 2ͦ. Wobei ich nur die Darstellungen von Bloßgefechten betrachtet habe. Da die Treffer bei Harnischen durch die Schwachstellen des Harnischs begründet sind und somit ein anderes Vorgehen erfordern als im Bloßfechten.

Treffer mit dem Dolch

Die Treffer mit dem Dolch überraschen mich ein wenig. Werden doch die meisten Dolchstücke mit dem kurz gehaltenen Dolch gefochten bei dem ein Angriff von oben erfolgt. Sind dennoch die meisten Treffer mit dem lang gehaltenen Dolch zum Bauchraum gezeigt.

Treffer mit dem einhändig geführtem Schwert

Beim Einhändig geführten Schwert gehen sehr viele Hiebe zum Unterarm.

Treffer mit dem langen Schwert

Beim Langen Schwert finde ich auffällig das der Großteil der Treffer durch Stiche und weit weniger durch Hiebe erfolgen.

Der Gerichtskampf

Wir sind gerade dabei für uns Turnierregeln festzulegen. Dazu haben wir Informationen über das Mittelalterliche Kampfgericht gesucht, um zu versuchen etwas daraus in unser Regelwerk einfließen zu lassen. Da ich dachte das es vielleicht auch für andere interessant sein könnte habe ich das gefundene hier veröffentlicht, Dabei bin ich hauptsächlich auf vier Informationsquellen gestoßen. Den Schwabenspiegel, den Sachsenspiegel, Meister Talhoffers Beschreibungen und die Regeln für den Gerichtskampf im Berliner Stadtbuch. Was mich vermuten lässt das sich diese auch in anderen Stadtbüchern finden lassen.
Im großen und ganzen folgen die drei Regelwerke dem gleichen Leitfaden. Unterschiede gibt es nur in den Details, sei es die Beschreibung des Kampfplatzes, Die Vorbereitungszeit (fehlt in Berlin), die Bewaffnung, usw.
Die Übersetzungen von Schwabenspiegel und dem Berliner Stadtbuch habe ich so gut gemacht wie ich es vermag. Übersetzung des Sachsenspiegels stammt nicht von mir. Textteile die ich nicht übersetzen kann habe ich im Originaltext und kursiv stehen lassen. Sollte jemand Ergänzungs- oder Verbesserungsvorschläge haben wäre ich dankbar. Die Übersetzung Meister Talhoffers Text zum Gerichtskampf aus dem Thott 290 2° folgt später.

 

Berliner Stadtbuch (14. Jahrhundert)

 

Item. Sollten sich zwei Kämpfer fordern und die Notwendigkeit für einen Gerichtskampf entstehen. Muss der Kläger den Landesherrn, oder seinen Dienstherren bitten, das er sich eines Friedensbrechers oder vorreders (Vertragsbrüchigen?) bemächtigen muss. Oder was es sei das er zu seinem Recht bedarf.
Wenn ihm das mit Urteil genehmigt wird, das er das tun muss, so fragt er wo er sich seiner bemächtigen soll, so das es ihm hilft zu seinem Recht zu kommen.
So findet man zum Recht  togentlike (Tugendlich?) auf dem Dienstweg. Wenn er sich seiner bemächtigt hat, und ihn mit Erlaubnis geladen hat, so soll er ihm mitteilen warum er sich seiner bemächtigt hat.

Dat mach he don tu hand ofte he wil (Das kann er tun so oft er will?), oder darum bitten. So muss er ihn beschuldigen das er den Frieden an ihm gebrochen hat, entweder auf des Königs freier Straße, oder im Dorf, in der Heide, und nume oder wo es geschehen ist. Und auf welche weise er den Frieden an ihm gebrochen hat, danach richte er auch seine Klage.
Beschuldigt er ihn aber das er ihn verwundet und ihn in Bedrängnis gebracht hat, was er wohl beweisen soll. So soll er beweisen die Wunde, oder die Narbe welche die Wunde hinterließ, auch wenn sie schon verheilt ist.
So fährt er in der Klage fort, das er ihn beraubt hat seines Gutes und wie viel er ihm genommen hat, das es nicht wertlos sei, das es wohl des Kampfes würdig sei. Zu den drei Missetaten soll er klagen zu male oder zu einem anderen Missetat, welches das auch sei.
Wenn er etwas verschweigt, was auch immer hat er seinen Kampf damit verloren.

So spricht er weiterhin: Da sah ich selbst dem selben und beschrie ihn mit dem Vorwurf. Will er sich bekennen, soll es mir lieb sein, und bekennt er sich nicht will ich ihn überführen mit allem Recht das mir die Schöffen oder meines Herren Mann geben unter welchem Gericht das sei, irdeylen vor recht. Bittet jener um Gewähr. Soll man ihm die Leisten, doch muss er seine Klage wohl verbessern vor der Gewährleistung. Wenn die Gewährleistung gegeben ist, so bietet jener seine Unschuld, das ist ein Eid und Gerichtskampf, wenn der Kläger ihn gefordert hat und aufgrund seiner Verletzung in der Lage ist den Kampf zu führen.
Ein jeder Mann mag den Kampf verweigern wenn er von besserer Geburt ist als der fordernde. Wer aber von besserer Geburt ist, dem kann der von niederer Geburt den Kampf nicht abschlagen.
Auch mag sich ein Mann dem Kampf verweigern, wenn er ihn nach dem Mittag fordert, es sei denn es ist früher damit begonnen worden.

Kampfes mag auch ein Mann seinem Verwandte bewahren, wenn sie Verwandte sind, das müssen selbsiebt Leute verbürgen auf die Heiligen, das sie so nahe Verwandte sind das sie durch das Recht miteinander nicht fechten sollen.

Wenn sie denn beide dem Kampf vertrauen und zugewendet haben, so soll dem zugesprochen werden, zum Kampf wählen in welchem Gewand und mit welcher Wehr sie fechten sollen. Ihr Gewand und ihre Wehr soll gleich sein. Harnisch, Messer und Schwert.
Orte sollen sie von den Schwertscheiden brechen, wenn sie die Erlaubnis der Herren dazu haben.

Zwei Bevollmächtigte sollen sie dabei haben. Die da sind das man sie gleich macht und nach rechter Gewohnheit bewaffne. Einen Kreismeister soll man einsetzen, der den Friede verordnen soll im warft (ist eine Erdaufschüttung welche eigens für den Kampf getätigt wurde, im folgenden werde ich das mit „Ring“ übersetzen), das sie niemand  störe in ihrem Kampf. Der Kreismeister soll jedem Kämpfer einen Mann geben der seinen Baum (Stange) trägt. Die sollen die Kämpfer in nichts behindern, außer wenn einer fällt, das er den Baum dann senkt, oder wenn er verwundet wird und des Baumes bittet.
Selbiges soll er nicht tun, es sei den er hat dazu die Erlaubnis des Kreismeisters: Wenn der Kämpfer den Baum wählt.

Nach dem der Gerichtsversammlung Friede geboten ist, so sollen sie den Ring zum richten bereiten, dann soll ihn der Kreismeister genehmigen. Dann sollen die beiden gerüstet vortreten und schwören: Der eine das die Schuld wahr sein um die er den andern beklagt, und in den Kreis geladen hat.
Der andere soll schwören das er unschuldig sei, das ihm Gott deshalb helfe beim Kampf.
Die Sonne soll man ihnen gleich zuteilen wenn sie zusammen erstmals in den Ring reiten oder gehen. Der Kläger soll als erster in den Ring kommen. Sollte der andere zu lange warten, soll man ihm durch Boten die Forderung überbringen der Gerichtsladung zu folgen, diese schickt man in das Haus in dem er sich rüstet und soll zwei Schöffen mit schicken. Ebenso soll man ihn zum zweiten und zum dritten mal laden.
Und kommt er auch zur dritten Ladung nicht, soll der Kläger aufstehen, zum Kampfe vortreten und mit dem Schwert zwei Schläge und einen Stich gegen die Luft führen. Damit hat er jenen der Klage überführt. Um derer er ihn angesprochen hat, und der Kreismeister soll ihn richten als wenn er besiegt wurde mit Kampf.
Kommt aber der Kläger mit dem anderen in den Ring und der Kläger verletzt, verzögert die Absprache der er vorher zugestimmt hat so ist er des Kampfes ganz dervallen.

Führen zwei schlichte Leute einen Kampf um eine Sache, welcherlei das auch sei, in einem warft oder in eyne boden zu fechten, die sollen in rot gekleidet sein, aus Leder oder Leinen, wie sie wollen, soviel sie beide wollen.
Kopf und Füße sollen bloß sein, und an den Händen sollen sie dünne Handschuhe haben.
Ein bloßes Schwert oder Messer sollen sie in der Hand haben und eines umgegürtet, oder zwei, das steht in ihrem ermessen.
Wurde ein Kämpfer in der Zeit krank, so das er nicht kämpfen kann und hat er niemanden der für ihn kämpfen will, soll man ihm soviel Zeit geben wie er bedarf um Gesund zu werden, damit er sich im Kampf zu wehren vermag.

Das Berliner Stadtbuch findet ihr hier.

 

Der Schwabenspiegel (1275)

 

Vom Kämpfen

Wer einen Standesgenossen auf Kampf anspricht, der soll den Richter bitten das er sich des Friedensbrechers, oder treulosen Mannes bemächtigt, dabei soll unterschieden werden.
Und wenn sich der Richter seiner bemächtigt hat, so soll der Richter fragen in welcher Weise er die Treue an ihm gebrochen hat da mag der klager ein gesprech umb nemen oder er mag es ze hant sagen.
Er soll sagen was geschehen ist, ob er ihn auf der Straße beraubt oder verwundet hat oder wie es geschehen ist, oder ob er die Treue an ihm gebrochen hat und in welcher Art er den Frieden an ihm gebrochen hat, in der Art soll er ihn beklagen.
Beschuldigt er ihn das er ihn verwundet hat, und die Wunde ist heil, soll er die Narbe beweisen. Die
beweisung die hat doch nit krafft, er muß die wunden ertzeugen salb drit, ob er laugnet, on yener seinen eyde bewtet. hat yener nicht getzeugen, so sol er im die hant abtziehen und sol also sprechen.
Herr Richter, mit eurer Erlaubnis schwöre ich den Eid und will das behärten mit meinem Leib auf den seinen, das ich Recht habe und er Unrecht. So soll der Richter von beiden Bürgschaft nehmen, den Kampf sollen sie dann innerhalb von sechs Wochen austragen.
Fordert ein Mann einen anderen nach Mittag zum Kampf, kann dieser das ausschlagen. Fordert ein niedrig geborener einen besser geborenen kann dieser den Kampf ausschlagen. Fordert jedoch ein höher geborener einen niedrig geborenen, kann dieser den Kampf nicht ausschlagen.

Und fordert einer einen anderen zu Kampf obwohl sie Verwandt sind, so sollen sie nicht miteinander kämpfen, es müssen dies Verwandte bezeugen das sie über fünf Generationen miteinander Verwandt sind, also wz es zu der sibenden sipp.
Nun hat der Papst erlaubt das man eine Frau nehmen darf mit der man bis in die fünfte Generation Verwandt ist, woraufhin die Könige beschlossen haben das man kämpfen darf wenn man über die fünfte Generation hinaus miteinander Verwandt ist.

Ebenfalls vom Kämpfen

Der Richter soll dem Beschuldigten sowohl ein Schild als auch ein Schwert leihen. Und wenn es soweit ist das der Kampf stattfindet soll der Richter den beiden kämpfern zwei Boten geben, die darauf achten das beide nach rechter Gewohnheit bewaffnet werden.
Gekleidet sollen die Kämpfer in Leinen und Leder sein, soviel sie wollen. Haupt und Füße sollen bloß sein und an den Händen sollen sie dünne lederne Handschuhe haben.
Jeder soll ein Bloßes Schwert in den Händen halten und jeder eins, oder zwei umgegürtet, das steht in ihrer Wahl.

Einen runden Schild soll ein jeder haben der nicht aus Bein, Holz oder Leder sei. Fechten sollen sie mit eisernen Bucklern wie es Gewohnheit ist.

Gekleidet sein sollen sie in einen Rock ohne Ärmel. Man soll sie kämpfen lassen wie es im Land Gewohnheit ist.
Den Zuschauern soll man bei Todesstrafe Frieden gebieten damit die Kämpfer niemand in ihrem Kampf stört.
Beiden soll der Richter einen Mann geben der eine Stange trägt, der diese über seinen Mann hat wenn dieser fällt. Und vergicht  (gibt er auf), so ist er überwunden, will er jedoch wieder aufstehen soll man ihn lassen. Wer die Stange erbittet, für den soll man sie senken, das muss der Richter jedoch erlauben.

Einen Ring soll man machen, zwanzig, oder fünfundzwanzig Schuh groß, je nach Art des Landes und wer daraus flieht den urteilt man als Sieglos.

An den Schwertern soll der Ort abgebrochen sein. Vor den Richter sollen sie beide gewappnet treten und schwören. Der eine das seine Klage rechtens und wahr sei mit der er den anderen beklagt, der andere soll schwören das er unschuldig sei. Und das ihnen Gott helfe bei ihrem Kampf. Die Sonne soll man ihnen gleich zuteilen wenn sie in den Ring eintreten. Wenn er Beklagte verliert sol man ihn richten.
Findet der Kampf wegen Totschlags statt, geht es dem Verlierer ans Haupt. Geht es um eine zugefügte Wunde verliert der Verlierer eine Hand. Um unblutige Wunden wird nicht gekämpft.

Wer zuerst zu dem Kampf kommt

Der Kämpfer welcher zuerst zu dem Ring kommt soll den Büttel bitten auch seinen Gegner antreten zu lassen. Ist der Geforderte nicht anwesend soll der Büttel ihn in dem Haus aufsuchen in dem er sich rüstet.
In dem Fall soll der Richter zwei mit dem Büttel senden in in dergestalt vorladen: „Ich heische den Mann XY zum ersten mal, das soll er auch ein zweites und drittes mal tun. Kommt er auch bei der dritten Aufforderung nicht, sollen sie in den Ring gehen und ihn auch dort noch einmal aufrufen. Sie sollen bis zum Mittag warten und kommt er auch dann nicht, soll der Kläger aufstehen und sich zu Kampf anbieten, soll zweimal in die Luft und ein drittes mal in die Erde schlagen.
Es soll sich gegen den Wind stellen und soll sein Schwert in die Erde stecken, so hat er seine Klage gegen den anderen als rechtens bewiesen und ihn besiegt, als wenn er mit ihm gefochten hätte.

Der Richter soll jenen sofort in die Acht nehmen, ihn des Meineids überführen und ihn für Rechtlos erklären. Und per Urteil sein Eigen und Lehen einziehen. Das Eigen soll derjenige bekommen von dem vorher gesprochen wurde und das Lehen soll des Herren ledig sein, als wenn das Lehen keinen Erben hätte.
Das Kind soll nicht anstatt des Vaters haften, und kommt der Kläger nicht soll das selbe Recht Anwendung finden, wedere nicht für kumpt des bürgen soll der Richter auffordern und nötigen das er den vor Gericht bringe, dessen Bürge er ist. Dabei soll der Richter ihn unterstützen. Und vermag der Bürge es nicht in vor Gericht zu bringen, richte man den Bürgen als wäre er selbst Schuld.
Mann soll auch einen toten Mann der beim Diebstahl oder Raub erschlagen wurde, als wenn dz sol man richten als umb die notwer, es sey dann also, ob man den raube oder diepheit by im begreiff.
Und hat man den schub, man scheubet in auff den toten als ob er lept Und ist des gutes als vil das er des todes wert ist. Und ist es raub man sol in also töten enthaupten Ist daz er also erschlagen würt daz er sich nicht wolt lassen vahen, hat der tote Mann einen Freund der für ihn kämpfen will, der widerwürffet die siben zewgen. Ist aber der schub da, so helfen die Zeugen nicht, und ist das ein man ein kampf verbürget auff einen tag unnd nicht für kommet, und hat er einen Freund der für ihn kämpfen will, muss jener mit Recht bestehen, mit dem Recht von dem hier vor gesprochen wurde.

Wie man zum Kampf Tag geht

Versaumet ein herr sein lant täding dz er dar kommet da mit versaumet er den leuten nichts wann die ein täding. Und ist yeman vor dar gebotten, die gebot sollen stet sein, aber diß ist ab. Und spricht ein man den anderen kempfflichen an und ist im darumb nicht gebotten und ist er doch da ze gegen, man soll ihnen anhand ihres Standes eine Anzahl von Tagen geben um sich auf den Kampf vor zu bereiten, wenn sie dessen bedürfen. Dem semper freien gibt man sechs Wochen für das Training. Dem Mittelfreien vier Wochen, den Dienstmannen und allen anderen Leuten zwei Wochen.

Wie ein Lahmer kämpfen soll

Wenn man einen Lahmen Mann zum Kampf fordert der keinen Vormund hat, soll man ihm einen Tag geben um einen Mann zu bringen der für ihn kämpft. Den Mann den er bringt soll man für ihn nehmen, er hat dann sein Recht verloren wie hier vor besprochen ist. Hat ein Mann eine Behinderung an den Händen oder an den Füßen,

die er beweisen muss, und ist sie dergestalt das sie ihn am Kampf hindert, kann er mit Recht behaupten nicht kämpfen zu können. Auch wenn er schlechte Augen hat ist er ebenfalls des Kampfes ledig, muss aber einen gewinnen der dazu taugt und für ihn kämpfen will, sei es durch Zuneigung oder für Geld. Wenn er das nicht tun will, soll der Richter von Gut des Lahmen einen Kämpfer verpflichten. Er soll dem Kämpfer die Hälfte des Gutes geben, nicht mehr.

Vom Kampf

Wenn ein Mann vor Gericht zum Kampf gefordert wird und der Tag des Kampfes festgesetzt wird, soll der Richter beiden Frieden gebieten bis auf den selbigen Tag. Und bricht einer den Zeitpunkt und den Frieden an dem anderen, man soll über ihn richten ohne Kampf, wie vorher besprochen wurde.

Den Schwabenspiegel findet ihr hier.

 

Der Sachsenspiegel (1220)

 

Wer einen seiner Standesgenossen zum Zweikampf herausfordern möchte, der muss den Richter bitten, das er sich eines Friedensbrechers, den er da sehe, dem Recht entsprechend, bemächtigen dürfe. Wenn ihm durch Urteil zugesprochen wird, das er dies tun dürfe, so soll er fragen, wo er sich seiner bemächtigen solle, damit es ihm für sein Recht förderlich sei. So wird man ihm zu Recht befinden: mit Anstand beim Halskragen.

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Wenn er sich so seiner bemächtigt und ihn darauf mit Erlaubnis wieder losgelassen hat, dann soll er ihm eröffnen, warum er sich seiner bemächtigt hat; das kann er sofort machen, wenn er will, oder eine Beratung darüber halten. Dann muss er ihn anklagen, das er den Frieden ihm gegenüber gebrochen habe, entweder auf des Königs Straße oder in dem Dorf. Auf welche Weise er ihn gebrochen hat, auf diese Weise soll er gegen ihn klagen. So beschuldige er ihn abermals, das er ihn verwundet und ihm Gewalt angetan habe, die er beweisen könne. So soll er die Wunde vorweisen oder die Narbe, wenn sie bereits verheilt ist. Dann klage er weiter, das er ihn seines Gutes beraubt oder davon soviel genommen habe, das es nicht Wertlos sei, wenn es deswegen zum Zweikampf komme. Wegen dieser drei Verbrechen soll er auf einmal klagen. Sofern er dabei verschweigt, so hat er seinen Kampf daran verloren.
So spreche er weiterhin: “Dort habe ich selbst eben denselben gesehen und mit dem Gerüfte
beschrien. Will er dies zugeben, so soll es mir lieb sein. Und wenn er sich nicht dazu bekennt,
so will ich ihn überführen mit all dem Recht, das mir das Landvolk zuerkennt oder die Schöffen, wenn es unter des Königs Bann“. Dann bitte jener um Gewährschaft, die man ihm leisten soll. Doch kann der Mann vor der Gewährleistung
seine Klage verbessern. Wenn die Gewährschaft ausgesprochen worden ist, so bietet jener seine Unschuld an, das ist ein Eid und ein gerichtlicher Zweikampf, wenn der Kläger ihn zu Recht dazu aufgefordert hat und wenn es so ist, wie ich meine, wenn er ihn trotz seiner körperlichen Verletzung ausfechten kann. Jeder Mann
kann den Zweikampf demjenigen verwehren, der von geringerer Geburt ist. Wer aber von höherer Geburt ist, den kann der niedriger Geborene wegen dessen höherer Geburt nicht zurückweisen, wenn er ihn zum Kampf herausfordert.
Den Zweikampf kann auch derjenige verweigern, der erst nach Mittag dazu aufgefordert wird, es
sei denn damit eher begonnen worden. Der Richter soll auch demjenigen, den man beschuldigt, einen Schild und ein Schwert stellen, wenn er dessen bedarf.
Den Zweikampf kann ferner ein Mann seinem Verwandten verweigern, wenn sie beide Verwandte

sind und wenn er dies selbstsiebt auf die Heiligen beschwört, das sie also so nahe Verwandte sind, das sie von Rechts wegen nicht gegeneinander fechten sollen. Der Richter soll jedem von ihnen, die da fechten sollen, zwei Bevollmächtigte beigeben, die darauf zu achten haben, das man sie nach rechter Gewohnheit rüste. Leder und Leinen dürfen sie anlegen, soviel sie nur wollen. Kopf und Füße sind nach vorne hin bloß, und an den Händen sollen sie nur dünne Handschuhe tragen; ein blankes Schwert in der Hand und eines oder zwei umgegürtet, das steht ganz in ihrer Wahl; einen runden Schild in der anderen Hand, an dem nur Holz und Leder sein darf, ausgenommen der Buckel, der aus Eisen sein darf; einen ärmellosen Rock über der Rüstung. Dem Kampfplatz soll man Friede gebieten bei Todesstrafe, damit sie niemand bei ihrem Zweikampf störe. Jedem von ihnen soll der Richter einen Mann beigeben, der seine Stange trage. Diese sollen sie in nichts behindern, außer es fällt einer, daß er die Stange dazwischen steckt oder wenn einer verwundet wird oder um die Stange bittet. Doch darf er dies nicht tun, wenn er nicht die Erlaubnis des Richters dazu hat. Nachdem dem Kampfplatz Friede geboten ist, sollen sie den Kampfplatz zu Recht begehren. Den  soll ihnen dann der Richter mit seiner Erlaubnis überlassen. Die Eisenspitzen sollen sie von den Schwertscheiden brechen, sofern sie denn die Erlaubnis von dem Richter haben. Beide sollen gerüstet vor den Richter treten und schwören – der eine, das die Anschuldigung zu Recht bestehe, um die er ihn angeklagt habe, der andere, das er unschuldig sei -, so das ihnen Gott beistehen möge in ihrem Kampf. Die Sonne soll man ihnen gleichmäßig zuteilen, wenn sie zum ersten Male zusammentreffen. Wird derjenige, gegen den man geklagt hat, besiegt, so richtet man über ihn. Erkämpft er einen Sieg, dann lässt man ihn frei mit Gewette und Buße. Der Kläger soll zuerst in den eingehegten Kampfplatz kommen. Wenn der andere zu lange zögert, dann soll ihn der Richter durch den Fronboten in dem Haus, in dem er sich rüstet, herausfordern lassen, und er soll zwei Schöffen dazu mitschicken. Ebenso soll man ihn ein zweites und ein drittes Mal vorladen.
Erscheint er auch zu der dritten Vorladung nicht, so soll der Kläger aufstehen und sich zum Kampf erbieten, und er soll zwei Schläge und einen Stich gegen den Wind ausführen. Damit hat er jenen der Klage überführt, wegen der er ihn zum Zweikampf herausgefordert hat, und so soll der Richter über ihn  richten, als ob er im Kampf besiegt worden wäre.

Den Sachsenspiegel findet ihr hier.

Johann Georg Pascha – Vollständiges Ringbuch

ich bin vor kurzen auf das Ringbuch von Johann Georg Pascha gestoßen und davon ziemlich begeistert. Das Buch ist ein Druck der in Leipzig erschienen ist und stammt aus dem Jahr 1663.
Gefallen tut es mir deshalb so gut weil die einzelnen Stücke wie ich finde gut verständlich beschrieben sind und das ganze Werk recht gut strukturiert ist, Es wird mit dem losmachen begonnen, geht dann über Techniken aus dem Fassen und kommt dann irgendwann zur Verteidigung gegen Schläge usw. Auch enthält es alles was man sich wünscht, Befreiungen, Hebel, Würfe, Augenstiche, Techniken gegen Schläge und Tritte, in den Mund greifen, Handkantenschläge, Bodenkampf, usw. Ihr findet das Büchlein hier.

Einen Buckler fertigen

Im folgenden will ich erklären wie man einen einfachen Buckler fertigt. Dazu brauchen wir folgende Materialien ein Sperrholzplatte 35 cm mal 35 cm (oder wie sonst gewünscht). Ich verwende immer Sperrholz aus Pappel, 10 mm stark, Holzleim, einen Pinsel, eine Stichsäge, zwei Holzleisten (eine als Hilfe zum anzeichnen der Kreise und eine für die Schildfessel), eine Bohrmaschine, einen Bleistift, ein Stück Schleifpapier, ein paar Nieten und Unterlegscheiben, einen Hammer, ein Teppichmesser, drei Nägel, zwei Ledernadeln, etwas alten Stoff, gewachsten Z
Leinenzwirn, Rohhaut, ein Ahle zum vor stechen, ein Stecheisen oder Schnitzmesser, einen Schildbuckel, einen Hobel (optional) und wenn gewünscht die Farben um den Buckler nach dem eigenen Geschmack zu bemalen sowie etwas Holzöl oder Holzwachs.

Zunächst nehme ich mir das Sperrholzbrett vor und markiere an ihm seine Mitte. Zum Anzeichnen der Kreise verwende ich gern eine Holzlatte. Dazu bohre ich in diese mittig an einem Ende ein Loch. Dieses ist für den Nagel. Nun messe ich von diesem Nagel aus die Hälfte des gewünschten   Durchmessers von dem zu fertigenden Buckler. Und bohre auch an dieser Stelle ein Loch in die Leiste. Ebenso verfahre ich mit dem Durchmesser der Höhlung des Schildbuckels. Ich vermesse diese und zeichne die Hälfte des Durchmessers auf der Leiste an, und durchbohre sie an dieser Stelle. In dieses Löcher kommt der Bleistift zum Anzeichnen des Schildumfangs und des Ausschnitts für den Schildbuckel.
Wenn die Leiste fertig haben stecke ich den Nagel in das für ihn vorgesehene Loch, schlage ihn mit dem Hammer ein wenig fest und zeichne die Kreise für das Außenmaß des Bucklers und den Ausschnitt für den Schildbuckel an.
Aus einem anderen Stück Holz fertige ich mir eine Leiste für die Schildfessel. Die genaue Form der Schildfessel ist Geschmackssache. Die Fessel sollte aber so lang sein das sie fast von einem Rand des Bucklers bis zum anderen reicht. Aber nur fast. Sonst stört die Leiste nachher beim anbringen des Schildrands. Ich lasse die Schildfessel an der Stelle wo die Hand den Buckler später hält zunächst immer ein wenig breiter. Der Griff lässt sich wenn der Buckler fertig ist sehr gut mit einem Stück Sandpapier anpassen.
Als nächstes wird der Buckler aus der Platte heraus gesägt. Es lässt sich übrigens genauer an der Linie entlang sägen wenn man den Schlitten der Stichsäge am Daumen entlang führt. Um das Loch für den Schildbuckel zu sägen kann man entweder ein Loch ins Holz bohren in das man das Sägeblatt einführt um dann los zu sägen. Man kann aber die Stichsäge auch aufsetzen und sie sich einfach hinein fressen lassen.
Nachdem alles ausgesägt ist glätte ich die Schnittkanten noch mit einem Stück Schleifpapier.

Ist das Brett soweit vorbereitet wird der Stoff auf das Brett aufgeleimt. Dazu bestreiche ich das Brett satt mit Leim, bringe den Stoff auf und streiche ihn mit einem Holzabschnitt, oder ähnlichem ordentlich glatt. Dann lassen ich das ganze ein wenig trocknen und streichen, diesmal den Stoff, gut mit Leim ein und bringe noch eine Lage Stoff auf, welche ich auch wieder gut glatt streiche. So das sich zwei Lagen Stoff übereinander befinden. Um das ganze haltbarer zu machen streiche ich auch die zweite Lage Stoff von oben noch mal satt mit Leim ein. Dafür verdünne ich den Leim jedoch vorher mit Wasser. Flüssig aber nicht wässrig. So das er sich gut verstreichen lässt. Auf der Rückseite des Bucklers gehe ich ebenso vor. Nur das ich hier die Stelle an welcher die Schildfessel angebracht wird ausspare. Dazu lege ich vorher die Schildfessel an, richte sie mit Hilfe eines Zollstocks mittig aus und zeichne sie gut sichtbar an. Wenn ich nun den Stoff auf der Rückseite aufgebracht habe schneide ich die Stelle an welche später die Schildfessel kommt mit einem Teppichmesser aus (auch beim auftragen des Leims spare ich sie aus). Das aufbringen des Stoffs verleiht dem Schild extrem mehr Stabilität. So das es möglich ist ein relativ dünnes Brett für den Buckler zu verwenden und ihm dennoch genug Stabilität zu geben. Was gegenüber einem dickeren Brett ohne Stoff eine ziemliche Gewichtsersparnis mit sich bringt. Nun muss das ganze gut trocknen.

Wenn der Leim gut getrocknet ist kann der Buckler, wenn man es möchte bemalt werden. Ich verwende für das bemalen immer einfache Wandfarben, bzw. Dispersionsabtönfarben. Um dem ganzen ein gewisses Maß an Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit zu verleihen, öle ich den Schild abschließend immer mit Holzöl ein oder versiegele ihn mit farblosen Möbelwachs. Solche Schilde von mir haben schon über Nacht im Regen gestanden und dennoch keinen Schaden genommen. Wenn der Schild bemalt wird bevor der Leim richtig trocken ist, wird die Farbe beim Trocknen reißen.

Als nächstes wird die Schildfessel angebracht. Dazu halte ich die Schildfessel an die Stelle an welche sie platziert werden soll und bohre für die Nägel an den oberen Enden jeweils ein Loch durch Fessel und Schild. Die Nagelung hat den Vorteil, das wenn sich die Leimung einmal im Gefecht lösen sollte, der Schild wenigstens noch ein Bisschen von den Nägeln gehalten wird und nicht einfach von der Fessel abfällt (das habe ich schon erlebt). Wichtig ist es aber das die Löcher welche gebohrt werden einen kleineren Durchmesser haben als die Nägel, sonst greifen die Nägel nicht mehr und verfehlen ihren Sinn. Wenn die Nägel einfach eingeschlagen werden ohne das Holz vor zu bohren würde es die Schildfessel mit großer Wahrscheinlichkeit einfach spalten, zumindest zum Teil. Nun bestreiche ich den Schild an der entsprechenden Stelle mit Leim und setze die Schildfessel auf. Es ist wichtig die Schildfessel beim verleimen mit Schraubzwingen richtig fest anzupressen, sonst hält die Leimung nicht. Um zu vermeiden das die Schildfessel beim anziehen der Zwingen verrutscht, schlage ich die Nägel schon mal ein. Schlage sie aber noch nicht um. Das tue ich erst wenn die Zwingen fest an ihrem Platz sitzen. Bevor ich die Nägel umschlage nehme ich mir ein Stecheisen und mache in Länge der Nägel eine Kerbe ins Holz der Fessel. Anschließend schlage ich die Nägel dort hinein. So steht nachher der Nagel nicht über und man kann sich somit an ihm auch nicht verletzen. Jetzt ist auch der beste Moment den Buckler zu ölen, oder zu wachsen. Den Griff des Bucklers spare ich jedoch immer aus.

Jetzt geht es an den Schildrand. Da ich den Schildrand immer annähe muss ich zunächst Löcher in Bucklerrand bohren. Dazu zeichne ich mir den Bucklerrand entlang eine Linie, etwa 1,5 cm vom Schildrand entfernt. Die Löcher bohre ich anschließend nach Gefühl. Die Größe des Bohrers sollte dabei so gewählt sein das die Nadeln anschließend sicher hindurch gehen, aber nicht viel größer. Um die Rohhaut verarbeiten zu können muss sie erst mal ein paar Stunden in Wasser eingeweicht werden um weich zu werden. Ich empfehle kaltes Wasser. Ich habe die Erfahrung gemacht das die Rohhaut stark schleimig wird wenn sie in warmes Wasser eingelegt wird. Was bei kaltem Wasser nicht passiert. Das vernähen der Rohhaut muss zügig von statten gehen damit die Rohhaut nicht vor Beendigung trocknet, da sie sich sonst nur schlecht weiter verarbeiten lässt.
Deshalb lege ich auch die Ahle, das eingefädelte Stück Leinenzwirn, an dem sich auf beiden Seiten eine Nadel befindet und den Buckler schon bereit, bevor ich die Rohhaut aus dem Wasserbad hole.
Zum vernähen der Rohhaut stelle ich den Buckler aufrecht zwischen meine Beine, lege die Rohhaut mittig über den Schildrand und steche mit der Ahle das erste Loch vor. Dann ziehe ich den Faden hindurch, dann steche ich das nächste Loch und ziehe den Faden hindurch, usw. Wenn ein paar Löcher genäht sind und die Rohhaut erst einmal fest sitzt kann man auch mehr Löcher auf einmal vor stechen und dann vernähen.

Nun ist der Buckler fast fertig, es fehlt nur noch der Schildbuckel. Als erstes lege ich den Buckel auf dem Schild an, vermittele ihn mit Hilfe eines Zollstocks und zeichne die Bohrlöcher an. Dabei achte ich darauf, oder versuche es zumindest, das kein Loch durch die Schildfessel geht.
Sind die zukünftigen Löcher angezeichnet, bohre ich selbige. Lege den Schildbuckel auf den Schild und führe die Nieten durch die Löcher, drehe den Buckler um und lege die Unterlegscheiben auf die Nieten. Natürlich klappt das so nicht, denn sie fallen zum größten Teil beim umdrehen einfach heraus. Aber Thematisch mache ich es so. Eigentlich stecke ich alle Nieten durch die Löcher, damit der Schildbuckel auch wirklich richtig liegt, da die Löcher nicht unbedingt egal sind. Und wenn ich den Buckler umdrehe halte ich nur einen Niet fest, die anderen fallen heraus. Dabei lege ich zwischen Boden und Nietkopf, also zwischen Schild und Boden einen Metallklotz. Beim vernieten drücke ich den Nietkopf auf die Unterlage, so das ich einen widerstand habe.
Beim vernieten sollte man derart auf die Nieten schlagen das man nur leicht schlägt und dabei den Hammer immer ein wenig nach außen zieht um das Metall des Niets über die Unterlegscheibe zu bringen. Ich benutze immer Kupfernieten, die lassen sich einfach vernieten, sehen schick aus und man bekommt sie in den meisten Eisenwaren Fachgeschäften.
Als letztes noch den Griff mit Schleifpapier anpassen und fertig ist der Buckler.

Hier noch mal das ganze als Bilderserie.

Freikampfdolch

für ungebremste Stichübungen und den Freikampf haben wir uns Dolche gebastelt. Das wichtigste war für uns, unseren Trainingspartner mit einem Stich, wenn er denn mal relativ ungebremst ins Ziel kommt, nicht zu verletzen. Gleichzeitig sollte er aber auch möglichst steif sein um wenigstens den Ansatz eines Hebels so erfolgreich wie möglich umsetzen zu können.
Die erste Version die ich gemacht hatte war nur aus Wollstoff und Tesa gefertigt. Die sind eigentlich schon gar nicht so schlecht. Aber im oberen Teil hatte ich mir doch noch etwas mehr Steifigkeit gewünscht. So habe ich das ganze noch mal überdacht und nun im oberen Teil einen Kern aus Zeitungspapier mit eingearbeitet. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich recht zufrieden. Natürlich ist es nur ein Provisorium, aber dafür finde ich ein recht brauchbares. Der obere Teil des Dolchs ist doch recht steif und der Ort recht weich. Wir werden aber versuchen den „Dolch“ noch mehr zu optimieren. So hätte ich z.B. auch ganz gerne noch ein paar Scheiben an ihm.
Beim durch klicken der Bilder erscheint dazu eine Erklärung der einzelnen Arbeitsschritte.

Berliner Fechtwochenende

Am 20.11 und 21.11 haben Die Drei Wunder und Twerchhau ein Trainingswochenende veranstaltet.
Ziel dieses Wochenendes war jedoch nicht primär das erlernen einzelner Techniken. Sondern vielmehr ging es darum mal Waffengattungen kennen zu lernen welche man sonst nicht trainiert. Nicht zu vergessen das die historischen Fechter in Berlin sich mal kennen lernen und einander näher kommen.
Aufgebaut war die Veranstaltung so das jeweils Samstag und Sonntag zwei bis drei Blöcke mit Übungseinheiten angeboten wurden, welche jeweils anderthalb Stunden gingen. Danach war jeweils noch Zeit für einen offenen Austausch, bzw. Freikampf.
So wurde Samstag zunächst durch einen Eskrimatrainer eine Einführung in die Grundlagen des Escrima gegeben. Anschließend gab es zeitgleich eine Einführung in das Fechten mit Schwert und Buckler und in das Fechten mit dem Dolch.
Abgeschlossen wurde der Samstag durch einige Runden Freikampf mit verschiedenen Waffengattungen, wie Langes Schwert gegen Langes Schwert, Stockkampf, Bucklerfechten und Schwert und Buckler gegen das Lange Schwert.
Am Sonntag gab es als erstes eine Einführung in das Lange Schwert, danach wider zeitgleich eine Einführung in das Fechten mit Schwert und Buckler und in das Fechten mit dem Dolch. Und als letztes Angebot, ebenfalls Zeitgleich eine Einführung in das Fechten mit dem Rapier und in die Waffenlose Verteidigung.
Die uns noch verbleibende Zeit bis wir die Halle räumen mussten haben wir auch am Sonntag für den Freikampf verwendet.
Da die Veranstaltung allen sehr viel Spaß gemacht hat überlegen wir ob wir das ganze nicht zu einer regelmäßigen Veranstaltung machen wollen welche ein bis zwei mal im Jahr abgehalten werden soll.
Danke an alle.

Talhoffers Fechtbuch aus dem Jahre 1467

Gerichtliche und andere Zweikämpfe darstellend. Hrsg. von Gustav Hergsell

Aus dem Buch, das Ringenwie ich gerade gesehen habe gibt es das gute Stück im Onlinearchiv der University of Toronto als PDF zum herunterladen. Es handelt sich dabei nicht um die auf 1467 datierte Handschrift welche von der Münchner Staatsbibliothek online gestellt wurde, sondern um ein 1847  gedrucktes Buch. Bei welchem es sich, von den Bildtafeln her, um eine Kopie des Cod. icon. 394a handelt. Die Qualität ist zwar nicht gerade berauschend, aber der Text ist gut lesbar und die Bilder ebenfalls gut erkenntlich.

Bei Interesse könnt ihr das PDF hier herunterladen.