Messer von Waffenmeister.eu

Da wir mit dem Messerfechten beginnen wollen haben wir uns zu Weihnachten ein paar Messer gegönnt. Wobei wir uns für die bei Waffenmeister angebotenen Stahlmesser entschieden haben.
Wobei Waffenmeister.eu die Messer nicht selbst herstellt sondern sie von JINO bezieht. Im großen und ganzen machen die Messer recht zufrieden. Der Preis ist mit rund 200,00 Euro wie ich finde angemessen. Die Messer sind führig und das Gewicht ist mit 1150g auch angenehm. Die Gesamtlänge beträgt 84 cm. Wovon 61 cm auf die Klinge, und 23 auf das Gehilz kommen. Der Schwerpunkt sitzt ca. 3 cm vom Gehilz entfernt.
Angenehm sind die relativ kurzen Lieferzeiten und auch der Kontakt mit Uwe war sehr angenehm.
Als das Paket dann endlich kam war ich voll im Nachweihnachtstaumel und riss das Paket eiligst auf. Weil ich es gar nicht erwarten konnte die Messer, oder besser das eine welches meines sein sollte in der Hand zu halten.
Als ich dann aber anfing die Messer genauer zu betrachten fiel mir zunächst die unterschiedliche Dimensionierung der Griffe auf. Natürlich ist es Handarbeit und in dessen Folge sind die Messer natürlich nicht genormt sondern haben Abweichungen voneinender, aber das die Griffe bei allen vier Messer völlig unterschiedliche Breiten aufweisen hat mich schon verwundert.
Unschön fand ich das verwendete Griffholz und die Seriennummer unten auf dem Parier.
Ganz im Gegensatz zu dem wunderschön polierten Griffholz auf der Webseite, kann man das für die Griffschalen verwendete Holz eigentlich nur als Ausschuss bezeichnen. Es macht den Eindruck eines Wasserschenkels der seit dreißig Jahren vor sich hin rottet. Wobei nicht alle drei gleich schlimm sind. Drei gehen noch (wobei sie dennoch meilenweit von dem entfernt sind was auf der Webseite angeboten wird), aber eines ist wirklich voll rottig.
Eine unten in das Parier gestanzte Seriennummer. So was pottiges habe ich noch nie gesehen. Wie kommt man nur darauf in eine Historische Waffe (auch wenn es nur ein Simulator ist) eine Seriennummer zu stanzen? Ich begreifs nicht. Damit ist das Messer für Reenactor schon mal völlig unbrauchbar.
Fazit: Trotz der Ärgernisse ist es eine brauchbare Trainingswaffe mit der ich viel Spass haben werde (Ralf wird mir die Seriennummer zuschweissen und ich werde bei Gelegenheit das Griffholz ersetzen 🙂 und deren Kauf ich nicht wirklich bereue, … aber ich ärgere mich ein wenig.

Berlin Buckler Bouts 2012

Am 1. und 2. Dezember haben wir zusammen mit Roland Warzecha von der Hammaborg das erste Berlin Buckler Bouts ausgerichtet. Die Idee dazu entstand nach unserem letzten Seminar mit Roland und einem anschließendem Gespräch mit ihm, in dem er diese Idee anregte. Und auch maßgeblich an deren Gestaltung und Umsetzung beteiligt war.
Ziel und Inhalt war vorrangig nicht der Wettkampf und das Treffen um jeden Preis, sondern viel mehr der „Quellenkonforme“ Freikampf, das erlernen des selbigen und dessen Umsetzung.
Gekommen sind Fechter aus den verschiedensten Ländern, aus Dänemark, aus Italien, aus Frankreich, natürlich auch aus Deutschland und sogar einer aus Alaska.
Zwei Tage lang wurde gefochten, diskutiert und wieder gefochten. Die einzelnen Freikämpfe wurden von Roland immer wieder unterbrochen, um auf einzelne Aspekte des Freigefechts einzugehen und diese zu beleuchten, was für alle anwesenden sehr lehrreich war.
Es war eine sehr anstrengende Veranstaltung, ich glaube ich habe eine Woche gebraucht um mich zu erholen, auf der alle Anwesenden viel Spass hatten, viele Anregungen mit nach Hause nehmen konnten und viel gelernt haben.
Ich freue mich schon auf das nächste Berlin Buckler Bouts das im nächsten Jahr wieder zum selben Zeitpunkt stattfinden wird.

Die Befestigung des Bucklers am Wehrgehänge

Auf einigen Zeitgenössischen Abbildungen ist zu sehen wie Fechter ihren Buckler am ihrem Wehrgehänge, über ihrem Schwert tragen. Zum einen aus Neugier, zum  anderen für eine Historisch korrekte Darstellung, habe ich mich schon lange gefragt wie der Buckler dort befestigt wurde. Nun habe ich ein Bild gefunden auf dem das denke ich zu erkennen ist. Der Griff des Bucklers wurde einfach über den Schwertgriff gestülpt. Sollte ich noch weite aussagekräftige Bilder finden werde ich die hier hinzufügen.

Dolchfechten – Der mittelalterliche Kampf mit dem Dolch nach Meister Talhoffer

Ralf und ich haben ein Buch über das Dolchfechten geschrieben. Neben ein paar prinzipiellen Worten zum Dolchfechten geht es darin vor allem um unsere Interpretation der Dolchtechniken die uns Meister Hans Talhoffer in seinen Schriften überliefert hat.
So stellen wir in dem Buch unsere Interpretationen seiner Techniken vor und erläutern diese Schritt für Schritt. Als Quelle dienten uns alle seine Schriften die uns zugänglich waren, namentlich das Ms. Chart. A558, das KK 5342, das Thott 290 2° und der Cod. Icon. 394a. Ab dem 5.11.2012 wird gute Stück im Buchhandel erhältlich sein.
Wir hoffen das Buch gefällt und nützt Euch.

Dolchfechten
Der mittelalterliche Kampf mit dem Dolch nach Meister Talhoffer
Clemens Nimscholz und Ralf Schoetzau
Wieland Verlag
ISBN-10: 3938711515
ISBN-13: 978-3938711514
Euro: 39,90

Einen Buckler fertigen

Im folgenden will ich erklären wie man einen einfachen Buckler fertigt. Dazu brauchen wir folgende Materialien ein Sperrholzplatte 35 cm mal 35 cm (oder wie sonst gewünscht). Ich verwende immer Sperrholz aus Pappel, 10 mm stark, Holzleim, einen Pinsel, eine Stichsäge, zwei Holzleisten (eine als Hilfe zum anzeichnen der Kreise und eine für die Schildfessel), eine Bohrmaschine, einen Bleistift, ein Stück Schleifpapier, ein paar Nieten und Unterlegscheiben, einen Hammer, ein Teppichmesser, drei Nägel, zwei Ledernadeln, etwas alten Stoff, gewachsten Z
Leinenzwirn, Rohhaut, ein Ahle zum vor stechen, ein Stecheisen oder Schnitzmesser, einen Schildbuckel, einen Hobel (optional) und wenn gewünscht die Farben um den Buckler nach dem eigenen Geschmack zu bemalen sowie etwas Holzöl oder Holzwachs.

Zunächst nehme ich mir das Sperrholzbrett vor und markiere an ihm seine Mitte. Zum Anzeichnen der Kreise verwende ich gern eine Holzlatte. Dazu bohre ich in diese mittig an einem Ende ein Loch. Dieses ist für den Nagel. Nun messe ich von diesem Nagel aus die Hälfte des gewünschten   Durchmessers von dem zu fertigenden Buckler. Und bohre auch an dieser Stelle ein Loch in die Leiste. Ebenso verfahre ich mit dem Durchmesser der Höhlung des Schildbuckels. Ich vermesse diese und zeichne die Hälfte des Durchmessers auf der Leiste an, und durchbohre sie an dieser Stelle. In dieses Löcher kommt der Bleistift zum Anzeichnen des Schildumfangs und des Ausschnitts für den Schildbuckel.
Wenn die Leiste fertig haben stecke ich den Nagel in das für ihn vorgesehene Loch, schlage ihn mit dem Hammer ein wenig fest und zeichne die Kreise für das Außenmaß des Bucklers und den Ausschnitt für den Schildbuckel an.
Aus einem anderen Stück Holz fertige ich mir eine Leiste für die Schildfessel. Die genaue Form der Schildfessel ist Geschmackssache. Die Fessel sollte aber so lang sein das sie fast von einem Rand des Bucklers bis zum anderen reicht. Aber nur fast. Sonst stört die Leiste nachher beim anbringen des Schildrands. Ich lasse die Schildfessel an der Stelle wo die Hand den Buckler später hält zunächst immer ein wenig breiter. Der Griff lässt sich wenn der Buckler fertig ist sehr gut mit einem Stück Sandpapier anpassen.
Als nächstes wird der Buckler aus der Platte heraus gesägt. Es lässt sich übrigens genauer an der Linie entlang sägen wenn man den Schlitten der Stichsäge am Daumen entlang führt. Um das Loch für den Schildbuckel zu sägen kann man entweder ein Loch ins Holz bohren in das man das Sägeblatt einführt um dann los zu sägen. Man kann aber die Stichsäge auch aufsetzen und sie sich einfach hinein fressen lassen.
Nachdem alles ausgesägt ist glätte ich die Schnittkanten noch mit einem Stück Schleifpapier.

Ist das Brett soweit vorbereitet wird der Stoff auf das Brett aufgeleimt. Dazu bestreiche ich das Brett satt mit Leim, bringe den Stoff auf und streiche ihn mit einem Holzabschnitt, oder ähnlichem ordentlich glatt. Dann lassen ich das ganze ein wenig trocknen und streichen, diesmal den Stoff, gut mit Leim ein und bringe noch eine Lage Stoff auf, welche ich auch wieder gut glatt streiche. So das sich zwei Lagen Stoff übereinander befinden. Um das ganze haltbarer zu machen streiche ich auch die zweite Lage Stoff von oben noch mal satt mit Leim ein. Dafür verdünne ich den Leim jedoch vorher mit Wasser. Flüssig aber nicht wässrig. So das er sich gut verstreichen lässt. Auf der Rückseite des Bucklers gehe ich ebenso vor. Nur das ich hier die Stelle an welcher die Schildfessel angebracht wird ausspare. Dazu lege ich vorher die Schildfessel an, richte sie mit Hilfe eines Zollstocks mittig aus und zeichne sie gut sichtbar an. Wenn ich nun den Stoff auf der Rückseite aufgebracht habe schneide ich die Stelle an welche später die Schildfessel kommt mit einem Teppichmesser aus (auch beim auftragen des Leims spare ich sie aus). Das aufbringen des Stoffs verleiht dem Schild extrem mehr Stabilität. So das es möglich ist ein relativ dünnes Brett für den Buckler zu verwenden und ihm dennoch genug Stabilität zu geben. Was gegenüber einem dickeren Brett ohne Stoff eine ziemliche Gewichtsersparnis mit sich bringt. Nun muss das ganze gut trocknen.

Wenn der Leim gut getrocknet ist kann der Buckler, wenn man es möchte bemalt werden. Ich verwende für das bemalen immer einfache Wandfarben, bzw. Dispersionsabtönfarben. Um dem ganzen ein gewisses Maß an Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit zu verleihen, öle ich den Schild abschließend immer mit Holzöl ein oder versiegele ihn mit farblosen Möbelwachs. Solche Schilde von mir haben schon über Nacht im Regen gestanden und dennoch keinen Schaden genommen. Wenn der Schild bemalt wird bevor der Leim richtig trocken ist, wird die Farbe beim Trocknen reißen.

Als nächstes wird die Schildfessel angebracht. Dazu halte ich die Schildfessel an die Stelle an welche sie platziert werden soll und bohre für die Nägel an den oberen Enden jeweils ein Loch durch Fessel und Schild. Die Nagelung hat den Vorteil, das wenn sich die Leimung einmal im Gefecht lösen sollte, der Schild wenigstens noch ein Bisschen von den Nägeln gehalten wird und nicht einfach von der Fessel abfällt (das habe ich schon erlebt). Wichtig ist es aber das die Löcher welche gebohrt werden einen kleineren Durchmesser haben als die Nägel, sonst greifen die Nägel nicht mehr und verfehlen ihren Sinn. Wenn die Nägel einfach eingeschlagen werden ohne das Holz vor zu bohren würde es die Schildfessel mit großer Wahrscheinlichkeit einfach spalten, zumindest zum Teil. Nun bestreiche ich den Schild an der entsprechenden Stelle mit Leim und setze die Schildfessel auf. Es ist wichtig die Schildfessel beim verleimen mit Schraubzwingen richtig fest anzupressen, sonst hält die Leimung nicht. Um zu vermeiden das die Schildfessel beim anziehen der Zwingen verrutscht, schlage ich die Nägel schon mal ein. Schlage sie aber noch nicht um. Das tue ich erst wenn die Zwingen fest an ihrem Platz sitzen. Bevor ich die Nägel umschlage nehme ich mir ein Stecheisen und mache in Länge der Nägel eine Kerbe ins Holz der Fessel. Anschließend schlage ich die Nägel dort hinein. So steht nachher der Nagel nicht über und man kann sich somit an ihm auch nicht verletzen. Jetzt ist auch der beste Moment den Buckler zu ölen, oder zu wachsen. Den Griff des Bucklers spare ich jedoch immer aus.

Jetzt geht es an den Schildrand. Da ich den Schildrand immer annähe muss ich zunächst Löcher in Bucklerrand bohren. Dazu zeichne ich mir den Bucklerrand entlang eine Linie, etwa 1,5 cm vom Schildrand entfernt. Die Löcher bohre ich anschließend nach Gefühl. Die Größe des Bohrers sollte dabei so gewählt sein das die Nadeln anschließend sicher hindurch gehen, aber nicht viel größer. Um die Rohhaut verarbeiten zu können muss sie erst mal ein paar Stunden in Wasser eingeweicht werden um weich zu werden. Ich empfehle kaltes Wasser. Ich habe die Erfahrung gemacht das die Rohhaut stark schleimig wird wenn sie in warmes Wasser eingelegt wird. Was bei kaltem Wasser nicht passiert. Das vernähen der Rohhaut muss zügig von statten gehen damit die Rohhaut nicht vor Beendigung trocknet, da sie sich sonst nur schlecht weiter verarbeiten lässt.
Deshalb lege ich auch die Ahle, das eingefädelte Stück Leinenzwirn, an dem sich auf beiden Seiten eine Nadel befindet und den Buckler schon bereit, bevor ich die Rohhaut aus dem Wasserbad hole.
Zum vernähen der Rohhaut stelle ich den Buckler aufrecht zwischen meine Beine, lege die Rohhaut mittig über den Schildrand und steche mit der Ahle das erste Loch vor. Dann ziehe ich den Faden hindurch, dann steche ich das nächste Loch und ziehe den Faden hindurch, usw. Wenn ein paar Löcher genäht sind und die Rohhaut erst einmal fest sitzt kann man auch mehr Löcher auf einmal vor stechen und dann vernähen.

Nun ist der Buckler fast fertig, es fehlt nur noch der Schildbuckel. Als erstes lege ich den Buckel auf dem Schild an, vermittele ihn mit Hilfe eines Zollstocks und zeichne die Bohrlöcher an. Dabei achte ich darauf, oder versuche es zumindest, das kein Loch durch die Schildfessel geht.
Sind die zukünftigen Löcher angezeichnet, bohre ich selbige. Lege den Schildbuckel auf den Schild und führe die Nieten durch die Löcher, drehe den Buckler um und lege die Unterlegscheiben auf die Nieten. Natürlich klappt das so nicht, denn sie fallen zum größten Teil beim umdrehen einfach heraus. Aber Thematisch mache ich es so. Eigentlich stecke ich alle Nieten durch die Löcher, damit der Schildbuckel auch wirklich richtig liegt, da die Löcher nicht unbedingt egal sind. Und wenn ich den Buckler umdrehe halte ich nur einen Niet fest, die anderen fallen heraus. Dabei lege ich zwischen Boden und Nietkopf, also zwischen Schild und Boden einen Metallklotz. Beim vernieten drücke ich den Nietkopf auf die Unterlage, so das ich einen widerstand habe.
Beim vernieten sollte man derart auf die Nieten schlagen das man nur leicht schlägt und dabei den Hammer immer ein wenig nach außen zieht um das Metall des Niets über die Unterlegscheibe zu bringen. Ich benutze immer Kupfernieten, die lassen sich einfach vernieten, sehen schick aus und man bekommt sie in den meisten Eisenwaren Fachgeschäften.
Als letztes noch den Griff mit Schleifpapier anpassen und fertig ist der Buckler.

Hier noch mal das ganze als Bilderserie.

Buckler Seminar mit Roland Warzecha – Rückblick

Am 26.- und 27.3.2011 hat Roland Warzecha in Berlin ein Seminar zu den Grundlagen des Bucklerfechtens abgehalten. Inhaltlich ging es dabei nicht primär um das Erlernen einzelner Spiele des I.33. Sondern um Grundlegende Prinzipien des Bucklerfechtens, bzw. im allgemeinen Umgang mit scharfen Hiebwaffen.

Samstag ging es vor allem erst mal um eben diese Grundlagen. Am Anfang wurden die Prinzipien der Biomechanik vermittelt, wie richte ich mich kraftvoll zum Gegner aus, wie muss ich auf den Gegenüber zugehen um ihn in einem für ihn ungünstigen Winkel anzugehen, wie erzeuge ich Druck und wie halte ich diesem Stand. Weiter ging es dann mit den Grundlagen des Bucklerfechtens. Wie führe ich das Schwert richtig, wie setzt man gute Bucklerschläge, welche Fußarbeit ist im Umgang mit Schwert und Buckler sinnvoll, wie überbinde ich die Klinge meines Gegenüber und wie beantworte ich eine Überbindung. Und vieles mehr.

Am Sonntag ging es dann um Angriffe aus verschiedenen Huten und wie man sie kontert. Gegen Ende des Seminars haben wir noch ein paar kontrollierte Freikämpfe gemacht. Kontrolliert heißt in dem Fall, es wurde nur mit halber Geschwindigkeit gefochten. Was auch recht gut geklappt und viel Freude bereitet hat.

Das Seminar war wirklich sehr lehrreich und hat viel Spaß gemacht. Rolands Unterricht hat durch fundiertes Fachwissen und eine nette und anschauliche Art die Themen zu vermitteln überzeugt.

Wir werden das Seminar auf jeden Fall nächstes Jahr fortführen. So das wir Roland bitten werden im nächsten Jahr ein Seminar zu halten welches auf dem diesjährigen aufbaut. Ich kann allen an der Kunst des Bucklerfechtens interessierten ein Seminar mit Roland wärmstens empfehlen, es wird euch ein gutes Stück vorwärts bringen. Und falls es für euch bis Berlin zu weit ist, ladet ihn einfach zu eurem Heimatort als Trainer ein 🙂

Freikampfdolch

für ungebremste Stichübungen und den Freikampf haben wir uns Dolche gebastelt. Das wichtigste war für uns, unseren Trainingspartner mit einem Stich, wenn er denn mal relativ ungebremst ins Ziel kommt, nicht zu verletzen. Gleichzeitig sollte er aber auch möglichst steif sein um wenigstens den Ansatz eines Hebels so erfolgreich wie möglich umsetzen zu können.
Die erste Version die ich gemacht hatte war nur aus Wollstoff und Tesa gefertigt. Die sind eigentlich schon gar nicht so schlecht. Aber im oberen Teil hatte ich mir doch noch etwas mehr Steifigkeit gewünscht. So habe ich das ganze noch mal überdacht und nun im oberen Teil einen Kern aus Zeitungspapier mit eingearbeitet. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich recht zufrieden. Natürlich ist es nur ein Provisorium, aber dafür finde ich ein recht brauchbares. Der obere Teil des Dolchs ist doch recht steif und der Ort recht weich. Wir werden aber versuchen den „Dolch“ noch mehr zu optimieren. So hätte ich z.B. auch ganz gerne noch ein paar Scheiben an ihm.
Beim durch klicken der Bilder erscheint dazu eine Erklärung der einzelnen Arbeitsschritte.

Schläge mit dem Buckler

Nun gibt es ja verschiedene Meinungen darüber, ob ein Schlag mit dem Buckler sinnvoll ist oder nicht. Unsere Altvorderen fanden den Schlag mit dem Buckler in bestimmten Fällen auf jeden Fall zweckdienlich. Sonst hätten sie diesen in den Handschriften nicht gezeigt.
Natürlich muss man abwägen, ob man mit dem Bucklerschlag, z.B. zum Gesicht des Gegenüber das erreicht, was man erreichen will.
So ist ein frontaler Schlag ins Gesicht des Gegenüber alles andere als zweckdienlich, wenn ich gerade ins Ringen übergehen möchte. Treibt es den Geschlagenen doch fort von mir und das obwohl ich ihm eigentlich näher kommen wollte.
Ein wischender Hieb mit dem Buckler durch das Gesicht des Gegenübers jedoch, lenkt ihn kurzzeitig ab, während ich eintrete. Ein gut platzierter Schlag mit dem Buckler kann auf jeden Fall kampfunfähig machen, wenn nicht sogar töten.

Anleitung: Schwertscheide fertigen

Wir basteln uns eine Schwertscheide

Der Lederbezug und die Art der Gurtbindung sind zwar die einer Scheide aus dem 14. Jahrhundert, kann aber vom Kern her für viele andere Darstellungen verwendet werden. Man muss dann eben nur den Leder oder Leinenbezug und Bindung anders gestalten.
Zuerst kaufen wir eine Holzleiste, welche gut doppelt so lang ist, wie die Klinge unseres Schwertes und etwas breiter als die Schneide an der breitesten Stelle.
Wenn man es sich nicht unnötig schwer machen möchte hilft, es ungemein, sich eine möglichst „astreine“ Leiste aus zu suchen.
Auch sollte man darauf achten, dass das Holz nicht all zu verzogen ist, damit es sich nachher ohne Probleme aufeinander leimen lässt.

1.) Wir teilen die Leiste in der Mitte, sodass wir eine Ober- und eine Unterseite für die Scheide haben.

2.) Wir legen auf beiden Seite, auf der Innenseite die Klinge auf das Holz, vermitteln diese und zeichnen die Klinge auf dem Holz an. Bevor wir uns für eine Holzseite als Innenseite entscheiden, sollten wir die Leisten in verschiedenen Konstellationen aufeinender legen, um zu sehen, welche Seiten ohne viel pressen gut aufeinander passen.

3.) Wir nehmen ein Stück Fell, Zeichnen zweimal die Klinge darauf auf und schneiden es aus.
Dabei achten wir darauf, dass wir das Fell so anzeichnen und ausschneiden, dass wir ,wenn wir das Schwert in die Scheide stecken, dies nicht gegen den Strich des Fells machen. Sonst reißen wir mit der Zeit beim Einführen der Klinge Fellstücke heraus, welche sich dann unten in der Scheide ablagern und irgendwann bekommen wir das Schwert nicht mehr in die Scheide.

4.) Nun holen wir mit einen Stecheisen das Holz heraus, damit ein Hohlraum entsteht, welcher nach dem aufeinander leimen der Leisten die Klinge aufnimmt.
Wir beginnen damit die Linie, welche wir angezeichnet haben abzustechen und dann mit dem Eisen das Holz herauszuholen.
Geht nicht zu ungestüm ans Werk, sonst passen bevor man sich versieht zwei Klingen hinein. Immer wieder zwischendurch anprobieren und denkt daran, bei beiden Leisten jeweils nur die Hälfte der Klingenstärke herauszuholen. Probiert die Scheide zwischendurch immer wieder an, indem ihr das Schwert und die beiden Fellstücke in die eine Hälfte der Scheide legt und die andere Hälfte dann oben drauf. Wenn es zu passen scheint, legt die Fellstücke und die Klinge in den Hohlraum, legt beide Leisten aufeinander und fixiert sie leicht mit einer Klemme oder ähnlichem.
So könnt ihr testen, wie die Passgenauigkeit ist, das Schwert sollte weder einfach herausrutschen, noch sich nur mit Gewalt ziehen lassen.

5.) Wenn alles passt werden die Fellstücke mit der Narbenseite Richtung Holz in die Scheide geklebt. Auch wenn es nicht authentisch ist, verwende ich dafür Pattex. Achtet vor allem darauf, dass ihr das Fell am Mundstück der Scheide gut festklebt. Wenn es sich löst während ihr das Schwert in die Scheide einführt und ihr das Fell dabei in die Scheibe schiebt, habt ihr ein Problem. Das bekommt ihr höchstwahrscheinlich nicht mehr heraus und könnt die Scheide wegwerfen!

6.) Wenn das Fell fest an Ort und Stelle sitzt, werden die Holzleisten aufeinander geklebt. Dazu tragen wir auf einer Leiste in Schlangenlinien Holzleim auf und legen die Leisten aufeinander.
Achtet darauf das auch alles richtig aufeinander sitzt. An dieser Stelle ist es entscheidend, dass ihr auch wirklich genau gearbeitet habt. Wenn die beiden Hohlräume nicht übereinander liegen, wird das Schwert niemals in die Scheide herein passen.
Fixiert die Leisten nun mit Schraubzwingen aufeinander und laßt das Ganze gut trocknen. Beim Festziehen der Schraubzwingen werden sich die Leisten aufeinander verschieben. Kontrolliert das und richtet sie wieder richtig aus.

7.) Nun geht es ans Hobeln und anschließend ans Schleifen. Seid auch beim Hobeln vorsichtig. Es ist eine schmale Gratwanderung zwischen möglichst viel wegnehmen und ein Loch rein Hobeln.  Man kann es notfalls flicken, indem man an der Stelle mehrere Hobelspäne aufeinander klebt, mit viel Kleber, das Ganze mit Tesafilm fixiert und dann gut trocknen lässt. Danach muss man die Stelle gut schleifen. Wenn das Leder darüber geklebt wird, sieht man nichts mehr davon. Aber schöner ist es natürlich, wenn man gar nicht erst in die Verlegenheit kommt etwas flicken zu müssen. Ich finde es hilfreich, sich die Klinge vor dem Hobel außen auf der Scheide aufzuzeichnen, damit man eine Vorstellung hat, wo sich der Hohlraum befindet. Im oberen Bereich hobel ich nicht alles weg, was weg soll. Ca. 5 mm lasse ich mehr stehen und zeichne mir im oberen Bereich zwei Bänder um die Scheide herum an. Diese will ich stehen lassen, um das Einfädeln des Gurtes in das Leder, welches die Scheide schließlich bekleidet zu erleichtern.
Wenn ich die Bänder angezeichnet habe, nehme ich das Holz, um sie herum mit einem Eisen weg.

8.) Nachdem wir der Scheide nun Form gegeben haben, geht es daran sie einzukleiden. Dazu habe ich mich für weinrotes Leder entschieden. Erst einmal muss es angepasst werden.
Dazu drehe ich das Leder erst einmal auf links, fixiere es mit Wäscheklammern, um den Holzkern und zeichne es an. Ich zeichne sowohl die Umrisse an, also die Größe des gesamten Lederstücks, welches nachher die Scheide einkleidet. Dabei gebe ich ein wenig Spiel, da ich das Leder vor dem Umnähen an der Naht ein Stück nach innen klappen möchte. Als auch die Stellen an, welchen die Gurte nachher durch gefädelt werden sollen. Diese zeichne ich ziemlich großzügig an, da ich noch nicht exakt weiß, wo die Gurte nachher durchgefädelt werden.

9.) Nun löse ich das Leder wieder von der Scheide und übertrage die Stellen an denen die Gurte entlang gehen auf die Scheide. Denn diese muss ich nachher beim Einstreichen der Scheide mit Kleber aussparen. Sonst kann ich den Ledermantel nicht anheben, um die Gurte durchzuziehen.

10.) Wenn klar is,t wo kein Kleber hin soll, streiche ich die Scheide auf der Vorderseite satt mit Holzleim ein (Anm.: nur da wo er hin soll!), lege das Leder auf und streiche sorgfältig alle Blasen und Falten heraus. Dann drehe ich die Scheide um, um ihre Rückseite mit Leim einzustreichen. Anschließend vernähe ich die Stoßkante. Wobei man etwas zügig arbeiten muss, da der Leim schnell trocknet.

11.) Da der obere Riemen zu einem Teil geteilt werden muss, ermittele ich, wie lang das geteilte Stück sein muss. Ich wickle den Riemen dazu, so um die Scheide, wie der oberere der geteilten Riemen nachher um die Scheide gewickelt wird. Dabei bin ich großzügig ,damit es nachher nicht doch zu kurz ist.
Bevor der Riemen nun geteilt wird, sollte an der Stelle, wo der geteilte Riemen zu einem wird ein Loch gesetzt werden. Dies verhindert, dass der Riemen beim Tragen des Gehänges weiter einreist. Dann kann der Riemen geteilt werden. Er sollte aber nicht einfach nur geteilt werden, sondern muss dabei nach unten hin auch immer dünner werden, damit sich das Ende nachher auch gut verknoten lässt. Schneidet aber nicht einfach drauf los, sondern wickelt den Rieme,n wenn er geteilt ist um die Scheide, so wie er nachher verläuft und zeichnet dabei an ,wo er, wie viel schmaler wird. Erst dann nehmt auch die Seiten weg.

12.) Nun noch die Riemen anbringen, wobei ich mich Stück für Stück vorarbeite. Ich arbeite mich Schlaufe für Schlaufe vor, setze die Schnitte im Ledermantel und passe die Breite der Gürtel langsam und gemächlich an. Hier keine operative Hektik aufkommen lassen, sonst ist schnell etwas versaut.

13.) Wenn der Obere Riemen angebracht ist, folgt der untere. Dazu gucken wir auf welcher Höhe dieser sitzen muss. Setzen auch hier die entsprechenden Schlitze und vernähen den unteren Gurt um die Schwertscheide. Nun fädeln wir den Oberen Gurt durch den Unteren und setzen vorn den Knoten.

14.) Jetzt bleibt nur noch die Schnalle anzunähen, die Löcher für die Schließe in den unteren Gurt zu stanzen und die Scheide zu fetten. Fertig!

Und hier das ganze noch mal ausführlich bebildert.