Das Dolchfechten

Der Dolch war eine Alltagswaffe, jeder der etwas auf sich hielt, das zeigen wollte und es sich leisten konnte trug ihn. Dementsprechend gibt es Dolche qualitativ sehr unterschiedlicher Machart. Die Spanne reicht von Prunkwaffe bis behelfsmäßig montiert. Wer selbst dafür zu arm war, trug zumindest ein kurzes Messer.
Um Verletzungen zu vermeiden verwenden wir für das Training Dolchsimulatoren.
Die von uns beim Training verwendeten Dolchsimulatoren sollen Scheiben-, und Nierendolche simulieren. Die Originaldolche verfügten oft über einen schneidelosen, drei-, oder vierkantigen Klingenkorpus. Viele Dolche verfügten aber auch über eine ein- oder zweischneidige Klinge und es gab sogar Mischformen, bei denen ein Teil der Klinge kantig war und der Rest der Klinge über eine Schneide verfügte. Im Durchschnitt hatten diese Dolche eine Länge von 20 bis 40 Zentimeter. In den alten Fechtbüchern wird in den meisten fällen ein Dolch mit einem kantigen Klingenkorpus behandelt. Es wird jedoch darauf hingewiesen das die Stücke (so nennen wir die Techniken, die gelegentlich auch noch Gegenmaßnahmen und wiederum Gegenmaßnahmen beinhalten) auch mit dem kurzen Messer anwendbar sind.
Der Dolch ist vor allem eine Stichwaffe, aber je nach Beschaffenheit werden auch Schnitte und Knaufstösse mit dem Dolch ausgeführt.
Um den Eigenschaften, aber auch den Beschränkungen der Waffe gerecht zu werden verwenden wir im Training verschiedene Dolchsimulatoren. Die entweder einen Dolch ohne Schneide, oder einen mit Schneide simulieren. Dabei verwenden wir für das reine Techniktraining Holzdolche, gepolsterte Simulatoren mit Holzkern für den gesteigerten Kontakt, und Stoffdolche für das Freigefecht.

Da wir beim Dolchfechten eine Waffe in der Hand haben wollen wir diese natürlich auch verwenden und den Gegner mit eben dieser attackieren. Wobei, wie oben schon erwähnt vor allem Stiche, aber auch Schnitte und Schläge mit dem Knauf ausgeführt werden.
Da sich die Fechter bei einem Gefecht mit dem Dolch jedoch sehr nahe kommen, verfügt das Dolchfechten über einen sehr hohen Anteil an Ringtechniken. Weshalb das Dolchfechten auch als Ringen am Dolch bezeichnet wird. Ebenso wie der Begriff Fechten ehemals mehr umfasste als er es heute tut, verhält es sich auch mit dem Ringen. Es hatte nur wenig mit dem griechisch – römischen Ringen gemeinsam. Statt dessen handelte es sich dabei um eine Waffenlose Kampfform, die als Grundschule für alle Waffenkünste galt.

Dementsprechend behandelt das Dolchtraining den Kampf zweier mit einem Dolch bewaffneter Kontrahenten, bzw. eines bewaffneten und eines unbewaffneten.
Inhaltlich wird dabei die Arbeit mit dem Dolch trainiert. Mit ihm zu attackieren, sowohl mit der Klinge als auch mit dem Knauf, als auch die gegnerischen Angriffe mit ihm zu versetzen (parieren), in einer Aktion den gegnerischen Angriff zu verdrängen und selbst attackieren, oder aber den Angreifer zu entwaffnen.
Da man dem Gegenüber beim versetzen sehr nahe kommt, ergeben sich daraus oft Gelegenheiten zum Ringen, was das anbringen von Arm und Beinhebeln, Armbrüchen, Schlägen und Tritten, sowie Würfen erlaubt. Was deshalb ebenso Bestandteil des Trainings ist, wie die dafür nötige Fallschule.
Um die körperlichen Voraussetzungen zum bestehen eines Gefechts mit dem Dolch zu erlangen, beinhaltet das Training außer dem bloßen üben der Techniken, auch einen hohen Anteil an Übungen zur Steigerung der Schnellkraft, Kraft im Allgemeinen und Kondition.